Verdi-Theater
Die Erkenntnis, dass Giuseppe Verdi nicht nur ein großer Komponist, sondern auch und vor allem ein großer Theatermann war, dem man nicht mit sängerfreundlichen Pauschal-Arrangements beikommen kann, hat sich mittlerweile auch in seiner Heimat durchgesetzt. Zumindest die Bühnen, die international ernst genommen werden wollen, haben in den letzten Jahren entschiedene Schritte von der Oper in Richtung Musiktheater getan. In anderen Sänger-Hochburgen wie London, Wien oder Barcelona ist man schon länger um eine Mischung von Stimmenfest und Theaterereignis bemüht.
Die Durchsicht einiger DVD-Neu- und Wiederveröffentlichungen der letzten Monate ergibt eine überwiegend positive Bilanz.
So ist von einer in allen Belangen adäquaten Produktion des «Macbeth» zu berichten, die das Teatro Regio in Parma im vergangenen Jahr herausgebracht hat. Liliana Cavani, durch ihren seinerzeit als Skandal empfundenen Film «Der Nachtportier» (1974) berühmt geworden, zeigt anders als die meisten ihrer in der Oper dilettierenden Kinokollegen sicheres Opernregiehandwerk und musikalisches Fingerspitzengefühl. Sie erzählt Shakespeares Geschichte schlüssig, lässt die Oper in den großen Concertati zu ihrem Recht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Von Londons Bussen sagt man, sie kämen gern «threefold»: eine Zeit lang nichts, dann drei auf einmal. Ähnlich scheint es im Augenblick mit Massenets «Manon». Im Normalfall eher in den Nischen des Repertoires anzutreffen, machten in den letzten Monaten gleich drei verschiedene Produktionen Furore: die Andrej Serbans, die Gaunerwelt des Film Noir zitierend, an der...
«Zu» steht auf dem Big-Brother-Container, den Hartmut Meyer für «Die Verurteilung des Lukullus» auf die Bühne der Komischen Oper stellt. Während im Orchestergraben der pompöse Leichenzug des römischen Feldherrn und Feinschmeckers unter Eberhard Kloke als schwächelnde Begleitmusik zu einer Lichtspielszene verpufft, wird der Zuschauer auf der Bühne durch den...
Ein unerwarteter Auszeichnungsregen: Nachdem die «Deutsche Bühne» das Gießener Stadttheater zum zweiten Mal der Führungsgruppe in der Kategorie «ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits großer Zentren» zuschlug, konnte die Musiktheater-Sparte des Hauses rechtzeitig zum 100-Jahre-Jubiläum auch in der aktuellen Kritikerumfrage der «Opernwelt» punkten. Lukas...
