Weglassen schärft den Blick fürs Wesentliche
Herr Stölzl, Sie sind ein Regisseur und Bühnenbildner des «think big». Gewaltiger als auf der Bregenzer Seebühne geht es ja nun nicht mehr ...
Stimmt. Ich überlege wirklich, was danach noch kommen soll. Vielleicht war’s das nun? Aber im Ernst: Ich hatte immer davon geträumt, in Bregenz zu arbeiten. Mit Anfang 20, als Bühnenbildassistent an den Münchner Kammerspielen, hatte ich mit großen Augen auf die Fotos aus Bregenz geguckt. Deshalb erlebe ich am Bodensee gerade einen wunderbaren Lebensmoment.
Kann man in Bregenz freier inszenieren, weil es keinen begrenzenden Bühnenrahmen gibt? Oder wird man aufgrund des technischen Aufwands in ein Korsett gezwungen?
Eingeengt fühle ich mich nicht, das liegt allerdings auch am Bregenzer Team. Ich arbeite seit drei Jahren an dieser Inszenierung. Es gab mehrere Entwürfe fürs Bühnenbild, einige wurden verworfen, auch der ausgewählte durchlief dann noch einige Metamorphosen. Gerade weil man nicht durchs Repertoiretheater mit seinen alltäglichen Sachzwängen geschleust wird, hat mir das irrsinnigen Spaß gemacht. Es ist ja nicht so, dass die Bühne von einer Achterbahnfirma aus England geliefert wird. Es handelt sich wirklich um Unternehmen aus der ...
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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Interview, Seite 30
von Markus Thiel
Die beiden Züge rasen nicht aufeinander zu, sie stehen still. Führerstände einander zugekehrt, dummerweise auf demselben Gleis. Die Lokführer bleiben stur, Verhandlungen sollen nun klären, wer zurück in den nächstliegenden Bahnhof muss. «Im stillen Kämmerlein» sollen diese Gespräche geführt werden, so die Sprachregelung der Salzburger Osterfestspiele. Und so...
Das Thema der diesjährigen Uraufführung an der English National Opera: der Urvater aller Serienmörder, «Jack the Ripper». So lautet der Titel des neuen London-Stücks von Iain Bell (nach «A Harlot’s Progress», siehe OW 12/2013). Gewiss, die Morde spielen eine Rolle, werden in den Erläuterungen eines Pathologen reflektiert. Doch als Figur taucht der Täter nicht auf....
Frau Margaine, zunächst einmal: herzlichen Glückwunsch!
Wozu?
Sie erwarten ein Baby.
(Lacht) Ja, es ist unglaublich.
Hat diese Aussicht Auswirkungen auf die Art, wie Sie singen oder wie Sie Ihren Beruf sehen?
Natürlich spüre ich, dass der Körper sich verändert. Anfangs hatte ich die üblichen Schwangerschaftssymptome, fühlte mich oft schlapp, war schnell müde usw....
