Hördrama
Die Schlüsselfigur: ein Dichter. Schon vor Beginn der eigentlichen «Handlung» in Thomas Larchers Kammeroper «Das Jagdgewehr» ist er unwillentlich zu ihrem Auslöser geworden, hat er doch nach flüchtiger Begegnung mit einem Jäger dieses Erlebnis sogleich poetisch verarbeitet. Es war ihm so vorgekommen, als drücke die Churchill-Doppelflinte des Fremden, der mit seinen Irish Settern im winterlichen Wald unterwegs war, ihre «ganze Last tief in Seele und Leib des einsamen Mannes».
Zweieinhalb Jahre lang hat Larcher, in enger Absprache mit der Librettistin Friederike Gösweiner, an der Partitur seines ersten Bühnenwerks gearbeitet. Auf der Werkstattbühne der Bregenzer Festspiele wurde das 90-minütige Stück uraufgeführt, dessen gehaltvoller, behutsam entwickelter Text auf der gleichnamigen, 1949 erschienenen Novelle des japanischen Schriftstellers Yasushi Inoue basiert.
Das Gedicht über den Jäger, die von ihm ausgehende Faszination und die melancholischen Assoziationen, die seine geheimnisvolle Erscheinung hervorrufen, bleibt bei Inoue nicht ohne Folgen. Nach der Veröffentlichung meldet sich beim Autor ein gewisser Josuke Misugi, der sich in den Versen wiedererkannt haben will. Um zu ...
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Opernwelt November 2018
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Werner M. Grimmel
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