Aktuelle Botschaft
Mit Ablauf der Saison geht in Bremerhaven die 16-jährige Ära des Intendanten Peter Grisebach zu Ende – im Musiktheater eine Zeit mit vielen Erfolgen der eher leisen, unspektakulären Art. In der Rückschau fällt einem die liebevolle Berücksichtigung selten gespielter Werke ein wie Offenbachs «Rheinnixen» oder Smetanas «Zwei Witwen» ebenso wie die Ausrichtung des Spielplans auf die klassische Moderne mit Blachers «Preußischem Märchen», Hindemiths «Neues vom Tage», Henzes «Boulevard Solitude» oder Reimanns «Melusine».
Man erlebte Belcanto-Opern wie Donizettis «Lucrezia Borgia» oder «Maria Stuarda» und solche des jungen Verdi wie den «Attila». Schließlich, nicht zu vergessen, Grisebachs sorgfältig werkbezogene Inszenierungen, etwa des «Rosenkavalier» oder der «Ariadne auf Naxos». Insgesamt eine Periode, in der nicht nach Sensationen geschielt wurde, sondern solides Handwerk – im Szenischen wie im Musikalischen – im Zentrum stand.
So auch bei der letzten Premiere, dem «Silbersee» von Georg Kaiser und Kurt Weill, einem sofort nach der Uraufführung 1933 vom Nazi-Regime verbotenen und auch nach seiner Wiederentdeckung vor zwei
Dezennien nur allzu selten gespielten Werk. Das Stück ist eine ...
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