Tot denn alles!
In Basel gewesen. «Pique Dame» gesehen. Immer wieder nicht schlecht gestaunt. Ab und zu auch nichts verstanden. Zuvor die Theaterzeitung gelesen, im Programmheft geblättert. Manche Überraschung erfahren, doch nicht alles auf der Szene wiedergefunden. So ließe sich's weiter schreiben. Allein, David Hermanns Tschaikowsky-Inszenierung, Christof Hetzers bildnerische Arbeit dulden in ihrer Ernsthaftigkeit und Gedankenfülle keine journalistischen Selbstgefälligkeiten. Gelegentliches Kopfschütteln kann das bedrückend-beeindruckende Gesamtergebnis kaum beschädigen.
Die dritte Basler Operndeutung des Teams (nach Honeggers «Jeanne d’Arc» und «La Bohème») geht sehr nahe an die Gestalten heran. Und dafür opfert sie Etliches. Die chorische Genreszene des Beginns mit der Hommage an Bizets Knabensoldaten gibt es nicht. Das Rokoko-Intermezzo in der Ballszene ist gestrichen. Das Unheimliche, das Bedrohliche, das, was sich hinter dem oft zitierten strahlenden «Mythos Petersburg» verbirgt – es drängt hier nach vorn, Orte, die der Kirche in Tarkowskis Film «Nostalghia» nachempfunden sind.
Die Bühne ist anfangs von einer kohlrabenschwarzen Wand verschlossen. Darin Fensterrechtecke, die die beengten ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Heinz W. Koch
Des Menschen wichtigster Sinn ist das Sehen. In der Oper werden, im besten Fall, Auge und Ohr gleichermaßen gefordert. Doch was ist, wenn das Visuelle so übermächtig wird, dass es der Musik im Wege steht? Ein konservativer Dirigent wie Marek Janowski zieht daraus die Konsequenz, den ganzen Wagner in der Berliner Philharmonie nur noch konzertant aufzuführen – um das...
Schon seit Jahren ist das Interesse an Giacomo Meyerbeers frühen Opern in stetem Wachsen begriffen. Wiederaufführungen von «Semiramide», «Margherita d’Anjou», «Il crociato in Egitto» sowie der szenischen Kantate «Gli amori di Teolinda» auf der Bühne, im Konzertsaal und im Tonstudio gerieten immer wieder zu beeindruckenden Erlebnissen und beglückenden Erfahrungen,...
Sigrid T’Hooft ist Regisseurin, Musikwissenschaftlerin und Tänzerin. Sie gilt als Expertin für das barocke Theater. Doch ihre Aufführungen sind mehr als ein Trip in die Vergangenheit. Im Mai 2011 inszeniert sie erstmals eine Oper von Mozart: «Così fan tutte» bei den Schlossfestspielen im schwedischen Drottningholm
Frau T’Hooft, auch in der Wiederaufnahme-Saison...
