«Ich war nicht vom Leben verwöhnt»

Zum Tod von Elisabeth Schwarzkopf

Opernwelt - Logo

Sie stammte aus der Nähe von Posen und wurde 1915 geboren. 1938 de­bütierte Elisabeth Schwarzkopf am Deutschen Opernhaus in Berlin-Charlottenburg als Blumenmädchen im «Parsifal». Nachdem ihre Stimme zunächst falsch eingeschätzt wurde, fand sie in ­Maria Ivogün ihre wichtigste Lehrerin. Bereits während des Krieges machte sie zahlreiche Aufnahmen. 1946 begegnete sie dem EMI-Produzenten Walter Legge, den sie 1953 heiratete und der sie wesentlich prägte. 1951 debütierte sie an der Mailänder Scala und als Eva in Bayreuth.

Fast zwei Jahrzehnte lang trat sie bei den Salzburger Festspielen auf. 1971 nahm sie als Marschallin von der Bühne Abschied. Ihren letzten Liederabend gab sie 1979, drei Tage nach dem Tod ihres Mannes. Seitdem widmete sie sich intensiv der Sängerausbildung.

Ich hatte viele Anläufe unternommen, um Elisabeth Schwarzkopf im schweizerischen Zumikon, wo sie bis 2002 lebte, auf­zusuchen. Immer hatte sie im letzten Augenblick ein Fax mit einer Absage geschickt. Auch diesmal war es so. Aber ich hatte ihr bereits mitgeteilt, dass ich auf dem Weg zum Flughafen sei. Angekommen in Zürich, fuhr ich mit dem Taxi in den kleinen Ort oberhalb des Zürichsees. Eine Hausangestellte ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Retrospektive, Seite 92
von Dieter David Scholz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der Melodiker

Die Einträge fehlen in Deutschlands gängigen Opernhandbüchern. Zwischen Mussorgskyjs «Boris Godu­now» und Nicolais «Lustigen Weibern» findet sich dort nichts. Wo eigentlich Josef Myslivecek hingehört, klafft eine Leerstelle im hiesigen Musikwissen. Wenn also die Kammer­oper Schloss Rheinsberg den Böhmen auf ihre Fes­tivalbühne brachte, tat sie, was in größeren...

Zauber und Schauder

Seit Robert Wilson Wagners «Parsifal» 1991 in Hamburg in ein statisches, antipsychologisches Epos verwandelte, gelten Opern­inszenierungen des amerikanischen Bühnenkünstlers an etablierten euro­päischen Häusern als intelligente, nicht zuletzt optisch dankbare Alternative zu den psychologisierenden Deutungen des verbreiteten Regietheaters. Wilsons in blaues Licht...

«Er sang immer, als sei es das letzte Mal»

Ob Fritz Wunderlich wirklich der «größte» Tenor war, der während der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts die Opernbühnen und Konzertpodien der Welt eroberte, ist eine müßige Frage. Nicht einmal der bekennende Wunderlich-Fan Werner Pfister, Autor der ersten umfassenden Biografie über den damals wie heute gefeierten Sänger, will sich da festlegen. Doch wenn...