Endspiel

Weimar, Wagner: Das Rheingold

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Gehäufte Schönheiten und Sinnigkeiten, bekannte der Dichter, habe er an seinem inneren Auge vorbeiflanieren sehen, als er die Schlussszene vernahm: das erste Auftauchen der Schwert-Idee, die wundervolle Manipulation des Walhall-Motivs, Loges genial charakterisierende Zwischenreden und vor allem jenes unbeschreiblich sentimental zu Herzen gehende «Treulich und treu ist’s nur in der Tiefe» des Rheintöchter-Terzetts.
Derart kenntnisreich, dabei schwärmerisch beschrieb Thomas Mann dereinst das Ende von «Rheingold».

Und man darf annehmen, er hätte sich auch von dem Bild, wie es sich im Deutschen Nationaltheater Weimar im ­finalen Tableau bietet, nicht in seinem Urteil irritieren lassen. Nichts ist von der anmutig-irisierenden Aura dieser Schlussmusik genommen; die Staatskapelle Weimar unter ihrem Chef Carl St. Clair spielt das alles äußerst hellsichtig, ja, man darf sagen: luzide, ohne auch nur einen Takt lang filmmusikalisch affirmativ zu klingen. Doch jener Mythos, der den Weg der Götter nach Walhall beschreibt als ein vorläufig erreichtes Ziel, ist hier nachhaltig gestört. Gestört durch die Brechung der Szene selbst. Denn die Burg, von den Riesen erbaut und durch den Mord des einen am ...

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Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Panorama, Seite 66
von Jürgen Otten

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