Klug inszenierte Kopfgeburt
In neuem Glanz erstrahlt die Anna-Amalia-Bibliothek, fast vergessen ist die horrible Brandnacht von vor drei Jahren. Anlässlich der Wiedereröffnung, deren Datum nicht zufällig mit dem Geburtstag der kunstsinnigen Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel zusammenfiel, machte die Klassik-Stiftung einige Extra-Euros locker, um in würdevollem Rahmen der Regentin und ihrer Liebe zu Musik und Büchern zu gedenken.
Manfred Trojahn durfte mit seinem einstündigen Auftragswerk «Lettera amorosa» den Rokokosaal der Bibliothek auf gleich drei Ebenen bespielen, sechs Streicher und zwei Soprane verbreiteten wundersame Sphärenklänge, hauchten sich verzückt Liebesbriefe von Michelangelo und Rilke zu.
Tags zuvor erlebte eine Rarität ihre Wiederaufführung nach rund 240 Jahren: Christoph Martin Wielands und Anton Schweitzers Oper «Alceste». Dass es sich eingebürgert hat, den berühmten Dichter und Intellektuellen zuerst zu nennen, wird der Sache nicht ganz gerecht, denn Wielands Bearbeitung respektive Eindampfung der euripideischen Vorlage wirkt reichlich seltsam. Neben der sich für den todgeweihten Ehemann Admet opfernden Alceste treten ihre (von Wieland hinzuerfundene) Schwester Parthenia sowie der ...
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Scherz, Satire, Poesie und tiefere Bedeutung
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Offenbachianer werden die neue 2-CD-Box «Entre Nous. Celebrating Offenbach» des englischen Entdecker-Labels Opera Rara mit einem lachenden und einem weinenden Auge zur Hand nehmen. Einundvierzig Auszüge aus dreiundzwanzig kaum...
Es war ein leiser Abschied. Nicht einmal Verehrer wussten davon. Ende 2003 zog sich Julia Varady vom Podium zurück. Auf der Opernbühne war sie schon Jahre zuvor nicht mehr aufgetreten. Nach vierzig Jahren öffentlichen Singens wollte sie sich aufs Unterrichten konzentrieren. In Frankreich warfen ihr die Zeitungen Blumen hinterher, in Deutschlands Musikszene wurde...
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