Eine Nase für Talente

Mit Marc Clémeur steht seit Beginn der Saison 2009/10 ein neuer Mann an der Spitze der Straßburger «Opéra national du Rhin». Der 57-jährige Belgier will sich verstärkt um das deutschsprachige Publikum bemühen – mit jungen Solisten und Regisseuren. Auch die Planungen für ein neues Opernhaus will er vorantreiben.

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Herr Clémeur, Sie waren achtzehn Jahre lang Intendant der Vlaamse Opera in Belgien. Was reizt Sie an der neuen Aufgabe als Intendant der Opéra national du Rhin?
Straßburg liegt im Herzen von Europa. Hier kamen schon immer wichtige Straßen zusammen. Deutschland ist ganz nah, auch die Schweiz ist nur ein paar Kilometer entfernt. Das Publikum ist sehr kulturinteressiert, es kommen viele junge Leute in die Oper. Der Anteil der Zuschauer unter 26 Jahren liegt bei 25 Prozent. Aber auch Autorenlesungen und Liederabende sind gut besucht.

Kürzlich war ich bei einem Liederabend, bei dem das «Spanische Liederbuch» von Hugo Wolf gesungen wurde. Rund tausend Zuhörer lauschten hoch konzentriert den Interpreten. Das ist fantastisch.

Die Vlaamse Opera hat mit Antwerpen und Gent zwei Spielorte. Die Opéra national du Rhin hat drei Spielstätten: Straßburg, Mulhouse und Colmar...
Das Stagionesystem ist in beiden Häusern gleich. Das heißt, wir machen eine Produktion und spielen sie am Stück – und dann kommt die nächste Premiere. In Belgien ist die Aufteilung zwischen den beiden Häusern in Antwerpen und Gent genau 50:50. In Straßburg dagegen findet rund 75 Prozent des Betriebs statt, es gibt also ein ...

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Opernwelt November 2009
Rubrik: magazin, Seite 76
von Georg Rudiger

Vergriffen
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