Wer keine Haltung hat, ist zum Design verdammt
Herr Konwitschny, Sie sind in Berlin an der Hanns-Eisler-Hochschule ausgebildet worden, haben viele Jahre bei Ruth Berghaus assistiert, bei Joachim Herz. Sie sind also, wenn ich so sagen darf, als Regisseur in der DDR sozialisiert worden. Der große Durchbruch kam im Westen – mit Arbeiten in Graz, Hamburg, Stuttgart, München. Hat dieser Erfolg mit dem zu tun, was Sie im Osten gelernt haben? Spielt das Bewusstsein von Ost und West bei Ihrer Arbeit noch eine Rolle? Oder hat sich das längst neutralisiert?
Natürlich bin ich froh, dass ich in der DDR groß geworden bin.
Wir haben dort viel gelernt. Ganz speziell hatte ich das Glück, dass in Berlin Brecht und Felsenstein gearbeitet haben. Das war ein Theater, wie gegensätzlich auch immer, das sinnvoll war für uns alle. Diese Impulse habe ich genutzt. Bis heute ist das Wichtigste für mich die Frage, was unsere Arbeit überhaupt für einen Sinn hat gesellschaftlich, also für uns alle. Natürlich gab es in der DDR viele blöde Funktionäre. Der Vorwurf, den «Imperialisten in die Tasche zu arbeiten mit einer Inszenierung» oder des «Geschichtspessimismus» konnte einen schnell treffen. Wenn man überleben wollte, musste man sich ...
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Opernwelt März 2011
Rubrik: Thema, Seite 36
von Peter Konwitschny, Stephan Mösch
Die Insignien und Embleme unterschiedlichster Religionen, sie fügen sich hier zu einem unheimlichen, erdrückend wirkenden Labyrinth aus Statuen. Antike Gottheiten: Buddhas, Pharaonen, Drachen, Madonnen, Gekreuzigte... Wer findet sich noch zurecht auf diesem Skulpturenfriedhof? Wer verheißt Orientierung? Wo sind die echten Heilsbringer?
Für Joan Anton Rechi, Alfons...
Schlafwandlerin der Liebe ist Violetta nicht. Keine «Seele, die sich im Jenseits den Schlaf aus den Augen reibt», wie Alwa von Lulu schwärmt. Man mag derlei Gedankenspiele pflegen, weil Marlis Petersen 2003 mit der Titelfigur in Peter Konwitschnys Hamburger Inszenierung von Alban Bergs Oper ihren Durchbruch schaffte. Und weil sie nun in Graz erstmals die Traviata...
«Eine feinere Operette» wollte Richard Strauss nach eigenem Geständnis mit »Die Liebe der Danae» schaffen, etwas Leichtes, «preziös» Ironisches in der Nachfolge Offenbachs. Bereits 1920 hatte ihm Hugo von Hofmannsthal einen entsprechenden Entwurf vorgelegt, aber da zeigte sich der Komponist noch uninteressiert. Man kann nur spekulieren, wie diese Oper ausgesehen...
