Mal ehrlich... Aus dem Leben eines Taugenichts
Ich habe eine große Dummheit begangen. Ich geb’s zu: Ich hab’s getan. Ich habe mir selbst im Fernsehen zugeschaut.
Heute wird ja praktisch jede Produktion irgendwann mitgefilmt. Ich versuche schon gar nicht mehr, die Verträge für das Zeug zu verstehen. Es ist noch nicht lange her, da war die Medienpauschale eine große Sache. Eine Menge Kohle sprang dabei raus, selbst wenn die Oper nur ein einziges Mal und nur in einem einzigen Land ausgestrahlt wurde. Jetzt gibt’s Live-Übertragungen nicht bloß in der Glotze, sondern auch im Kino.
Open-Air-Screenings, Online-Streaming und Video-on-demand. So ein Vertrag gesteht einem gar Rechte «throughout the universe» zu – könnte ja sein, dass ein TV-Mogul den Kram eines Tages an die Klingonen verscherbeln will. Mit der Kohle verhält es sich leider umgekehrt proportional. Das Honorar reicht gerade für ein paar Take-away-Boxen vom Chinesen. Gut – wenn noch eine DVD draus wird, kann man zu den Nudeln auch die Frühlingsrollen bestellen.
Zu Hause hab ich ein ganzes Regal voll Aufnahmen. Geguckt habe ich noch keine. Ich hasse es, mich selbst auf Video zu sehen. Bringt nichts als Enttäuschungen, und in der Hinsicht ist mein Bedarf meistens schon ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Christopher Gillett
Wieder ertönt das weiße Rauschen mit diesem dröhnenden Brummen. Eine aus der Gruppe von acht Leuten, die sich bis hierhin brav von Raum zu Raum bewegt hat, stößt eine Klapptür auf, wir folgen, verharren in einer Schleuse (das Dröhnen!), gelangen auf ein Zeichen durch die nächste Tür in eine Art Wartezimmer. Kitschige Tapetendrucke, ein Zimmerbrunnen spült klares...
Weißkühl und zugig ist die Bühne, die Henrik Ahr für die Düsseldorfer «Arabella» entworfen hat. Ohne Raum zum Rückzug, Winkel für Vertraulichkeiten. Im Gegenteil: Die hintere Wand bilden zwei portalhohe, zusammen bühnenbreite Drehtüren, durch die immerfort einer hineingeweht oder hinausgeblasen wird. Ein solcher Ort lässt sich unmöglich kontrollieren; diese...
Nach der konzertanten Aufführung von Meyerbeers «Dinorah», mit der die Deutsche Oper ihr großes Meyerbeer-Projekt vor einem Jahr erfolgreich startete, waren die Erwartungen an die erste szenische Produktion hoch. Sie war gut vorbereitet, basierte – wie erst seit wenigen Jahren möglich – auf der von Jürgen Schläder im Verlag Ricordi (Berlin) herausgegebenen...
