Vor und zurück, immer anders

«Satyagraha» in Jekaterinburg: Zum ersten Mal wird in Russland eine Oper von Philip Glass gespielt

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Krishna kriegt den meisten Applaus. Er singt Bass und hat als solcher nicht viel zu tun. Aber aussehen tut er fantastisch: ein schöner, goldener Gott mit vier Armen, Flöte und Fingern, die Symbole in die Luft malen. Gandhi singt Tenor, eine hohe, helle Stimme. Auch er kriegt viel Applaus. Mild und leise, wie er lächelt, kann es sich nur um einen Visionär handeln. Milchig ist die Bühne, von Gazeschleiern, sanften Lichtpunkten und Wolkenprojektionen durchzogen. Keine Oper mit Handlung und Arien. Eher eine Meditation. Ohne Anfang und Ende, aber mit viel Chor.

Um sich selbst kreisende Patterns statt hohe Cs. Keine Blechbläser, kein Schlagwerk. Esoterik statt Macht des Schicksals.

In Jekaterinburg wird «Satyagraha» gespielt. Es ist die erste Oper von Philip Glass auf einer russischen Bühne. Der junge US-Regisseur Thaddeus Strassberger hat sie mit leichter, in den Chorszenen geschickter Hand inszeniert und auch selbst ausgestattet. Die hinduistischen Rituale auf der Bühne zieht er in den Zuschauerraum, das Publikum soll Teil des Stückes werden. Gandhis gewaltlose Kämpfe in Südafrika werden in pastellner Farbigkeit nacherzählt. Tolstoi und Tagore spielen als kostümierte Ahnherrn mit, vom ...

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Opernwelt November 2014
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Stephan Mösch

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