Starke Töne, schräge Bilder
An Oper denkt man nicht gleich, wenn von Värmland die Rede ist. Auch wenn das Volkslied «Ack Värmeland du sköna» zu den schönsten Aufnahmen des jungen Jussi Björling gehört. Deutsche Urlauber, die schon dort waren, wissen, wovon er singt: Die seenreiche Landschaft lädt ein zum Entspannen und Träumen. Viele der märchenhaften Geschichten Selma Lagerlöfs entstanden hier. In Karlstad ist man stolz auf die hier geborene Zarah Leander.
Ihre Büste prangt in der Eingangshalle des Theaters, das 1893 erbaut wurde und mit seiner hufeisenförmigen Anlage und den beiden Rängen wie eine Taschenausgabe der großen Opernhäuser des 19. Jahrhunderts wirkt. 397 Zuschauer finden hier Platz. Das mag ausreichen für eine Stadt, die nicht viel mehr als 60 000 Einwohner hat, mithin kleiner ist als Gießen oder Detmold. Doch gespielt wird für die gesamte Region; selbst aus der Hauptstadt oder aus Norwegen fahren Busse zu den Vorstellungen. In ganz Schweden gibt es nur fünf weitere Opernhäuser, zwei in Stockholm, je eines in Malmö und Göteborg und – hoch oben im Norden – in Umeå. Konkurrenz machen sie sich keine: Karlstad liegt 300 Kilometer von Stockholm, 230 von Oslo und 250 von Göteborg entfernt.
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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Ekkehard Pluta
Verkannt, versucht, für gut befunden
Üblicherweise streicht Gluck das Lob für die Opernreform im 18. Jahrhundert ein. Dabei war er nicht der Einzige, ja nicht einmal der Erste. Was trug zum Beispiel der Italiener Niccolò Jommelli dazu bei? Sergio Morabito hat im Vorfeld der Stuttgarter Neuproduktion von «Berenike» nachgeforscht.
Vagabunden
Das Staatstheater am...
Als eine der wenigen romantischen Belcanto-Opern ist Bellinis «Sonnambula» nie ganz von den Spielplänen verschwunden und hat als Virtuosenfutter für Primadonnen überlebt. Erst Maria Callas hat die ja nur scheinbar harmlose Idyllik der nachtwandelnden Amina expressiv aufgebrochen. Aber es sollten nochmals weitere fünfzig Jahre vergehen, ehe es dem Regieduo Jossi...
«Britten is ja schon ’n echt harter Stoff, wa?», kommentiert der Taxifahrer, als er vom Berliner Schiller Theater auf die Bismarckstraße biegt. «Na ja», hebe ich an, «eigentlich nicht. Im Vergleich zu dem, was andere musikalisch in den Fünfzigern ...»
Aber er hat nicht ganz unrecht. Dem Freund aus England ist nach der Vorstellung beklommen zumute, weil das, was in...
