Aus der Musik heraus

Anna Netrebko gibt an der Wiener Staatsoper ihr Rollendebüt als Tatjana in Tschaikowskys «Eugen Onegin»

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Früher, als man noch mit der Kutsche in die Oper fuhr, hätten begeisterte Aficionados Anna Netrebko die Pferde ausgespannt und das Gefährt selbst durch die Straßen gezogen. Mit Maria Jeritza hat man das in Wien so gehalten. Doch wäre eine Kutsche für die Netrebko schon damals überflüssiges Accessoire gewesen, denn von ihrer Wiener Wohnung am Franziskanerplatz zur Staatsoper braucht man zu Fuß nicht mal zehn Schlenderminuten. Freilich, ihre Verpflichtungen in aller Welt bringen es mit sich, dass die Diva diesen Weg in letzter Zeit eher selten geht.

Falls sie dann aber kommt, wird selbst eine Reprise zur Premiere. Zumal, wenn sie sich eine neue Figur erobert wie nun die Tatjana in Tschaikowskys «Eugen Onegin» (die sie später im Jahr auch an der Met singen wird).

Peu à peu erweiterte die Russin im vergangenen Jahrzehnt ihr Repertoire; erst in letzter Zeit beschleunigte sie das Tempo, fügte gewichtige Partien hinzu. An heimatlicher Küste legte sie nach längerer Abwesenheit bereits voriges Jahr mit «Iolantha» an, und nun lässt sie ihren Charakterisierungen Tschaikowsky’scher Schwärmerinnen eben die Tatjana folgen. Im kommenden Sommer greift sie in Salzburg nach Verdis «Giovanna d’Arco» ...

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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Gerhard Persché

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