«Bitte wie gedruckt»
«Dirigierende Frauen» – das war lange die landläufige Bezeichnung für weibliche Personen, die am Pult eines Orchesters stehen. Erst allmählich hat sich der heute gängige Begriff «Dirigentin» durchgesetzt. Ein Zeichen dafür, wie mühsam der Weg für Frauen oft verlaufen ist und teils immer noch verläuft, wenn sie sich für eine Dirigentenlaufbahn entscheiden. Auf der Laienebene sind Frauen als (Ensemble-/Chor-)Leiter zwar längst etabliert, im Spitzenbereich aber hapert es noch.
Anke Steinbeck, heute im Management des Bundesjugendorchesters tätig, hat das Phänomen Dirigentinnen in ihrem Buch «Jenseits vom Mythos Maestro» unter die Lupe genommen: Zunächst gibt sie einen kurzen Überblick aus historischer Sicht, anschließend wagt sie einen Vergleich zu anderen Sparten, in denen sich Frauen in männlich dominierten Organisationen behaupten; schließlich richtet sich der Fokus auf verschiedene Aspekte wie Arbeitsbedingungen, mediale Anerkennung und Führungsverhalten von Dirigentinnen.
Zwischen Wohlwollen und Widerstand – so lässt sich kurz gefasst die häufige Reaktion auf Frauen umschreiben, die eine Laufbahn als Dirigentin einschlagen möchten. Das heikle Scharnier liegt beim Übergang vom ...
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Der Anfang des 20. Jahrhunderts war eine Zeit der Manifestationen und Doktrinen politischer wie künstlerischer Provenienz. Das betrifft selbst Leute, bei denen man es kaum erwarten würde. Hugo von Hofmannsthal verfasste, um den von ihm mitbegründeten Salzburger Festspielen einen programmatischen Rahmen zu geben, anno 1919 ein Manifest. Liest man das heute, reibt...
Für John Eliot Gardiner war Anthony Rolfe Johnson über viele Jahre die erste Wahl, wenn er für seine Bach-, Händel- oder Mozart-Einspielungen die Tenorpartie besetzte. Unvergessen sind das silbrig-weiche Timbre, die feine Artikulation und die sängerische Intelligenz dieses aus der Guildhall School of Music in London hervorgegangenen Lyrikers, der erst spät zu...
