Vital bis ins hohe Alter
Er war der letzte bedeutende Zeuge einer großen Ära der italienischen Oper und ein vielseitiger Sängerschauspieler der Sonderklasse: der Bariton Rolando Panerai. 1924 in Campo Bisenzio (bei Florenz) geboren, debütierte er nach Studien in Florenz und Mailand 1946 in seinem Heimatort als Enrico in «Lucia di Lammermoor». Erste herausragende Aufgaben fand er beim Italienischen Rundfunk. Dort sang er 1950 Amfortas in einer «Parsifal»-Produktion unter Vittorio Gui, in der Maria Callas als Kundry besetzt war.
Im darauf folgenden Verdi-Jahr war er in gleich vier RAI-Produktionen im Einsatz, die später auf Schallplatte erschienen: «Giovanna d’Arco», «La Battaglia di Legnano», «Aroldo» und «Aida». An der Mailänder Scala gab er am 23. April 1952 als Oberpriester in «Samson et Dalila» seinen Einstand. Mehr als 30 Jahre blieb sie seine künstlerische Heimat.
Entscheidend für Panderais weitere Karriere wurden die Begegnungen mit Herbert von Karajan und dem Produzenten Walter Legge. Der Maestro «testete» den Sänger erst in der kleinen Partie des Masetto und setzte ihn dann in den legendären Scala-Produktionen von «Lucia di Lammermoor» (1954) und «La Bohème» (1963) ein sowie im «Falstaff», von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Ekkehard Pluta
Dass er für seine erste Oper als Sujet das längste, rätselhafteste Märchen seines Landsmannes Hans Christian Andersen wählte, lag irgendwie auf der Hand. Diese wunderliche Winterreise zweier Kinder, die in ein Fabelreich aus Eis und Schnee führt, mit sprechenden Pflanzen und Tieren, einer Zauberin, Prinz und Prinzessin. Diese in einfachen Sätzen geronnene...
Was für ein verrückter Abend! Unbotmäßig und aberwitzig ist er, irritierend, inspirierend, intrikat, frech, voller Fantasie, Furor und Finesse. Kurz: ein Abend wie ein Rausch, der vorüberfliegt. Oder auch wie die Reise durch eine Matrix, aus der es definitiv kein Entrinnen gibt.
Gespielt, getanzt (und gerannt) wird Mozarts «Don Giovanni». Aber dieser...
Es ist ein Opernabend der anderen Art. Im ausverkauften Opernhaus von Baku freilich gehört die Aufführung von «Leyli und Madschnun» zum festen Ritual eines dem aserbaidschanischen Komponisten Uzeyir Hadschibeyli gewidmeten Festivals. Während auf der Bühne das große Liebesdrama zelebriert wird, leuchten im Publikum unentwegt Handys auf, es wird fotografiert und...
