Ohne Rücksicht
Es gibt in Antwerpen einen berühmten Tiergarten. Stellen wir uns vor, dieser Zoo sei in finanzielle Schwierigkeiten geraten und werde alles andere als effizient verwaltet. Man kommt zu dem Schluss, dass die Probleme nur von außen zu lösen seien. Der Minister für Zoologie setzt daraufhin einen so genannten «Veränderungsmanager» ein. Und der schlägt nach Sichtung der Unterlagen vor: Wenn wir die Elefanten, Giraffen, Löwen und Affen verkaufen, ist der Laden wirtschaftlich wieder flott zu machen.
So ungefähr lässt sich die Situation beschreiben, in die der flämische Kulturminister Bert Anciaux und ein von ihm berufener «Veränderungsmanager» die seit geraumer Zeit finanziell angeschlagene Vlaamse Opera in Antwerpen und Gent gebracht haben. Der Hintergrund: Während der letzten vier Jahre lief in dem Haus ein Defizit von mehr als zwei Millionen Euro auf. Nun sollen, so die Absicht des Ministers, das Orchester und der Chor aufgelöst werden. Konkret: Ein Teil der Musiker könne in die beiden anderen Orchester der Region, das Flämische Radio Orchester sowie das flämische Philharmonische Orchester, wechseln. Aus diesen Klangkörpern lasse sich dann die musikalische Versorgung für das Opernhaus ...
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Am 24. Oktober 1998 kam Gioacchino Rossinis «Guillaume Tell» in einer Inszenierung von David Pountney erstmals nach Wien. Zumindest was die französische Fassung betrifft (vgl. OW 12/98). Der ORF hat diesen Premierenabend mit seinen Mikrofonen begleitet und den Mitschnitt im Schiller-Jahr zur Veröffentlichung bei Orfeo freigegeben.
Da die diskografische Situation...
Johann Sebastian Bach muss ein guter Vater gewesen sein. Obwohl er sich intensiv um die musikalische Bildung seiner Söhne kümmerte, scheint diese Früherziehung jedoch nie so weit gegangen zu sein, dass sie die individuelle Entwicklung seiner Sprösslinge gefährdet hätte: Während Carl Philipp Emanuel zur prägenden Figur des Sturm und Drang wurde, klingen die Werke...
Die Kugelgestalt der Zeit, das Über-, Mit- und Durcheinander von (Vor-)Gestern und Morgen: Wäre das ein Konzept für die Oper der Zukunft? Christoph Cech suchte dieses Prinzip bei der Neuen Oper Wien an «Orfeo» zu realisieren. Seine Schöpfung geriert sich als Palimpsest, das Spuren von Monteverdi mit zeitgenössischen Mitteln überschreibt. Vom Cremoneser Altmeister...
