Gespenst im Graben

Weber: Der Freischütz Dresden / Semperoper

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Die Frage ist ja nicht: Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann? Sondern: Wer ist dieser Samiel überhaupt? In der Wolfsschlucht donnert eine anonyme Stimme – und hat, etwas partiturwidrig, das letzte Wort nach Choraufruhr und Orchestergefecht. Noch interessanter ist diese Frau: stumm, groß, hinkend, verhärmt, Kaspar zu Tode erschreckend in seiner Arie. Auf eine falsche Fährte wird man dadurch geführt. Eine Ausgegrenzte ist sie, menschlicher Schuttplatz für Hass und Ressentiments in einer vom Krieg zertrümmerten Welt. Sie ist die beste Idee von Regisseur Axel Köhler.



Ansonsten tut sich in diesem «Freischütz» an der Semperoper nicht übermäßig Relevantes. Köhler will die deutsche Nationaloper bewusst ernst nehmen und halst sich damit eine schwere Last auf. Der Ex-Counter erzählt weitgehend vom Blatt, weiß, wie er seine Kollegen beschäftigen muss, und gestattet sich ein, zwei Überblendungen mit der Dresdner Historie: Am Ende der Wolfsschlucht-Szene nahen per Video die Bomber, ein Feuersturm tobt im Wald, wo Gehenkte von den Ästen baumeln. Doch dann scheint der Regisseur vor der eigenen Courage zu erschrecken. Der Abend driftet bei Trachtenalarm und mit Kinderputzigkeit ins ...

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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Markus Thiel

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Herr Eröd, wie lernt sich eine solche Partie?
Es braucht schon seine Zeit. Interessanterweise handelt es sich aber um eine Musik, die einen irgendwann zu einem Punkt führt, ab dem alles sehr logisch wirkt und daher Spaß macht.

Sind Sie ein Schnelllerner?
Ich war einer. Aber offensichtlich ist das eine Frage des Alters (lacht). Ich mache diesen Job jetzt 20 Jahre....