Salieri: Axur, König von Hormus
Was hätte dieser Abend für eine Entdeckung werden können: Antonio Salieris einstiger Kassenschlager, der 1788 – kurz vor der Französischen Revolution – in Wien Mozarts «Don Giovanni» an Aufführungen und Publikumsgunst haushoch übertraf. Doch für den Sprengstoff des Librettos von Lorenzo da Ponte hatte der Regie führende Intendant Ulrich Peters keinen Sinn.
Stattdessen bediente er auf karger Bühne die Klischees: der Despot als Knallcharge, eine Parodie der Opernbösewichte zwischen Pizarro und Scarpia mit wehendem Hermelin über Bundeswehr-Gürtelschnalle, die Peitsche knallend. Das Liebespaar Atar und Aspasia, das er trennt, indem er die Frau entführt und seinem Harem einverleibt, darf anfangs etwas unerotisch zärtlich sein. Ein Bischof nuschelt wie Peter Ustinov, und der Diener legt eine Solonummer hin, die das Stück schier sprengt, dem Abend aber wenigstens komödiantisches Futter liefert. Stefen Sevenich – unlängst in Augsburg auch ein brillanter Mustafà in Rossinis «L’italiana in Algeri» – kostet die Rolle des Biscroma mit viel Witz in Stimme und Auftreten aus. Dagegen wirkt Riccardo Lombardi als Axur weniger bösartig als dumm, kann das mit düsterem Bariton auch nicht ...
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Ein Hörnerchor bereitet den Boden. Dann winden sich Solo-Celli traurig um einander. Aber nicht Agathe hebt, wie nach diesem Vorspiel zu erwarten, «leise, leise» ihren Nachtgesang an, vielmehr trauert die Mauren-Prinzessin Noraïme mit ebenso «frommer Weise» um Almanzor, der gleich aus nächtlicher Schlucht hochkraxeln wird. Dass Carl Maria von Weber Cherubini-Fan...
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Als Offenbachs «Rheinnixen» 2002 in Montpellier konzertant «wiederentdeckt» wurden, glich das einer Sensation, die vom Publikum heftig gefeiert wurde. Nicht minder Aufsehen erregend war die erste szenische Wiederbelebung 2005 in Ljubljana – einhunderteinundvierzig Jahre nach der Uraufführung.
Jacques Offenbachs Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas...
