Ertrinken, versinken
Zunächst könnte man meinen, mit der CD stimme etwas nicht: Ein g-moll-Akkord wird ein Dutzend Mal angeschlagen, bricht ab, hinterlässt eine lange Pause, beginnt erneut, bricht wieder ab – bis diesem Stop-and-go synthetisch-knisternde Klangräume entwachsen, die von einer zerkratzten Pink-Floyd-LP stammen könnten. Techno-Beats unterfüttern einen schneidenden Pfeifton, der von Streicher-Flageoletts aufgegriffen wird. Eine Sopranstimme schwebt irisierend ein, kündet vom Zerfließen und Sinken, wird vom abwärts glissandierenden Kammerorchester in die Tiefe gerissen.
Umschwünge von äußerster Körperlosigkeit in bleierne Schwere gehören zu den Hauptmerkmalen dieses Musiktheaters von Fausto Romitelli. Fieberhaft hat er «An Index of Metals», eine «Videoopera per soprano, ensemble, elettronica e multiproiezione» geschrieben, ehe er 2004 im Alter von einundvierzig Jahren einem Krebsleiden erlag. Das jetzt auf CD und DVD nachhörbare Stück offenbart das Vermächtnis eines eigenständigen, bislang zu wenig beachteten Komponisten französischer Prägung.
Die Anregung zu diesem fünfzig Minuten kurzen, geheimnisvollen Werk stammt indes aus den USA: Roy Lichtensteins Pop-Art-Gemälde «Drowning Girl» (1963) ...
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Die Bühne ist leer. Kein Thron, kein Schloss, kein Wald. Nur dieser große, dunkle Kasten, mit einem leeren Podest in der Mitte. Von der Seite fahren manchmal Paneele auf die Szene, geräuschlos, wie von Geisterhand geführt. Abstrakte Schutzschilder, hinter denen bald Macbeth und die Lady, bald Duncan, Banquo oder Macduff auftauchen und wieder verschwinden....
Schon während der Ouvertüre läuft das Verbeugungsritual ab. Figaro und Susanna, Graf und Gräfin, Marcellina und Basilio nehmen ihre Solovorhänge entgegen, zeigen große Freude über die offenbar gelungene Aufführung. Doch schnell bröckelt die Fassade, Eitelkeiten und Intrigen brechen durch, schließlich prügeln sie sich wie die Kesselflicker. In dieser Truppe stimmt...
Es ist ein Juwel barocker Theaterbaukunst, das Königliche Schlosstheater zu Drottningholm aus dem Jahr 1766. Vor den Toren Stockholms gelegen, überstand es – nahezu einhundertfünfzig Jahre dem Vergessen anheimgegeben – völlig unbeschadet die Zeitläufte. Architektur, Bühnenmaschinerie und Ausstattung des Theaters samt Nebenräumlichkeiten und angeschlossenem...
