Was bleibt von 2013/14?

Die Bilanz der Spielzeit im Urteil von 50 Kritikern

Opernwelt - Logo

Klappern gehört zum Handwerk. Dass es nicht reicht, einfach Gutes zu tun, ist nicht erst seit dem Siegeszug moderner Marketingstrategen eine Binsenweisheit. Man muss auch darüber reden. Und zwar öffentlich. Auf allen Kanälen. In allen Medien. Denn Aufmerksamkeit ist die knappste und deshalb besonders heiß umkämpfte Ressource des multimedial zerstreuten Menschen. Und Klappern können sie gut am Münchner Max-Joseph-Platz.

Das war schon so, als Peter Jonas noch den kommunikationsfreudigen Prinzipal des Nationaltheaters gab und den ehrwürdigen Tempel mit poppig-buntem Brit-Barock und Outreach-Programmen («Oper für alle») zum talk of the town machte. Und das ist erst recht so, seit der gelernte Schauspieler Nikolaus Bachler die Bayerische Staatsoper führt. Ein aufwändig gestaltetes Hausmagazin, Internet-TV, Blogs, via Live Stream ins World Wide Web eingespeiste Pressekonferenzen – der vor sechs Jahren vom Wiener Burgtheater nach München gewechselte Staatsintendant weiß genau, wie er das bestausgestattete und bestverkaufte Opernhaus Deutschlands ins beste Licht rückt – und sich selbst gleich mit.

Freilich nützt die schönste, zeitgeistig feinstabgeschmeckte Designer-PR  ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2014
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 96
von

Weitere Beiträge
Von allem das Beste

Herr Bachler, stimmt es eigentlich, dass Sie in München mal als Kellner gearbeitet haben?
Ja, als Student einen ganzen Sommer lang. In einem Café am Odeonsplatz. Das muss so Anfang der Siebzigerjahre gewesen sein.

Und da konnten Sie zum ersten Mal beobachten, wie die Münchner ticken?
Vor allem habe ich damals zum Theater gefunden. Durch den «Sommernachtstraum» von...

Christoph Willibald Gluck

Er war nicht der Einzige, der das tradierte Regelwerk der Opera seria in Frage stellte. Und er war auch nicht der Erste, der Anstoß nahm an einer erstarrten Opernpraxis, die nur noch Anlässe für virtuosen Ziergesang zu suchen schien. Schon gar nicht hat Christoph Willibald Gluck, vor 300 Jahren, am 2. Juli 1714, im oberpfälzischen Erasbach geboren, die Oper neu...

Dirigent des Jahres

Noch keine dreißig Jahre war Kirill Petrenko alt, als er den «Ring des Nibelungen» zum ersten Mal dirigierte: 2001 in Meiningen. Der Erfolg war so groß, dass der in Omsk geborene, in Österreich ausgebildete Dirigent als GMD an die Komische Oper Berlin wechseln konnte. Fünf Jahre hat er dort gewirkt und ist bei der «Opernwelt»-Kritikerumfrage zweimal zum
«Dirigenten...