Das Wiener «Dönchen»
Die einen halten es mit der alten Furtwängler-Aufnahme, die anderen schwören auf Harnoncourt, wieder andere erinnern sich an Karajan – die Geschichte des Mediums DVD ist noch vergleichsweise jung, doch an Dokumenten von Mozarts «Don Giovanni» mangelt es nicht. Jetzt gesellen sich zwei weitere Alternativen dazu.
Riccardo Muti leitete bei den Wiener Festwochen 1999 die Premiere, die nicht in der Staatsoper, sondern im Theater an der Wien stattfand. Regie führte Roberto de Simone. Die Kritik ging mit dieser Produktion keineswegs zimperlich um.
Die FAZ riet, dass allenfalls «geschlossene Augen» weiterhülfen, die SZ unkte, man habe es hier vielleicht mit einer «Packung Mottenkugeln auf Urlaub» zu tun, und die NZZ titelte: «Geschichten aus dem Kleiderschrank». In der Tat, viel Neues hat diese Inszenierung nicht zu bieten. Das Konzept einer sich vor allem in der äußeren Ausstattung spiegelnden Zeitreise, ausgehend vom 16. Jahrhundert über eine Elvira in Männerkleidern des 17., die Französische Revolution des 18. – «Viva la libertà»! – und bis hinein ragend in die Welt des 19. Jahrhunderts, überzeugt allenfalls in Ansätzen. Wer da noch den Überblick behält, dem werden auch die vielen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Aufführungsgeschichte von Giuseppe Verdis Vertonung des Schiller’schen «Don Carlos» an der Wiener Staatsoper beginnt 1875 mit dem Plan des Komponisten, für die in Aussicht gestellte Erstaufführung seiner französischen «Opéra en cinq actes» eine komprimierte, in wichtigen Teilen neu komponierte Version zu erstellen, ein Vorhaben, das sich erst für die Mailänder...
Unter den Veranstaltungen der zehntägigen Händel-Festspiele bleibt die jährliche Inszenierung einer Händeloper, die das heimische Opernhaus traditionsgemäß beisteuert, künstlerisches Zentrum. Es gibt kaum noch ein Bühnenwerk des Barockmeisters, das nicht schon einmal in seiner Geburtsstadt aufgeführt wurde. Für das Niveau des Festspielorchesters, das auch nach der...
Hundert Jahre hat Leos Janáceks «Jenufa» inzwischen auf dem Buckel. Aber die Musik ist so unverbraucht und neu, als wäre sie gestern entstanden. Zu diesem Eindruck trug der erstmals am Frankfurter Opernpult stehende Hannoveraner GMD Shao-Chia Lü entscheidend bei. Klangschärfungen und harmonische Reibungen, deklamatorisch aufgeraute Passagen und instrumentaler...
