Vibrierende Theatralität

Agostino Steffanis «Niobe» in einem Live-Mitschnitt mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble unter Thomas Hengelbrock

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Erst vor Kurzem ist eine Studioaufnahme von Agostino Steffanis großartiger Oper «Niobe» erschienen (siehe OW 3/2015), hervorgegangen aus einer Produktion des Boston Early Music Festivals. Jetzt folgt bereits eine weitere Aufnahme dieses Werks, die auf Mitschnitten einer Aufführungsserie am Royal Opera House Covent Garden basiert.

Nach dem enormen Erfolg, den «Niobe» in der Inszenierung von Lukas Hemleb und unter der musikalischen Leitung von Thomas Hengelbrock 2008 bei den Schwetzinger Festspielen hatte (siehe OW 6/2008), wanderte die Produktion 2010 weiter nach London und entfesselte auch dort Beifallsstürme.

Die Live-Aufnahme unterscheidet sich von der Studioproduktion in mehrfacher Hinsicht: Sie ist rund eine Stunde kürzer – viele Szenen sind stark gerafft oder ganz gestrichen, mit ihnen entfallen etliche Arien. Dahinter dürfte der Wunsch stehen, das Werk den Seh- und Hörgewohnheiten eines modernen Opernpublikums anzunähern. Wie die auf dem Mitschnitt hörbaren lebhaften Publikumsreaktionen ahnen lassen, ist dieses Konzept in London vortrefflich aufgegangen.

In der Studioproduktion entschied man sich für den französischen Stimmton, der etwa einen Ganzton unter dem heutigen ...

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Opernwelt Juli 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 18
von Thomas Seedorf

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