Fabelhaft
Mahlers «Kindertotenlieder» sind 20 Minuten größter, inniger Schmerz über den schlimmsten Verlust, den Menschen erleiden können, den Tod ihres Kindes. Gleichzeitig sind sie auch Kunst, fünf Lieder für Mezzosopran und/oder Bariton und Orchester. Jede Aufführung davon hat, so erschütternd sie sein mag, den Repräsentationscharakter, der einem Orchesterkonzert nun einmal innewohnt. Es sei denn, Benedikt von Peter nimmt sich des Werks an.
Seit zwei Jahren ist von Peter Intendant in Luzern, in zwei Jahren wird er das Theater Basel übernehmen, und seit einigen Jahren ist er dabei, das Musiktheater umzukrempeln. Berühmt wurde er mit seiner «Traviata» in Hannover, bei der allein die Sängerin der Violetta auf der Bühne stand; wer sonst noch sang, befand sich in den Rängen. Im Vergleich zu seinem Umgang mit den «Kindertotenliedern» war das noch fast konventionell. Für Luzern ließ er eine Holzbox bauen, die vor dem kleinen, altehrwürdigen Theater steht. In die traut sich auch, wer die Schwelle zum Theater nicht zu überschreiten wagt. Hier, in einem an sich leeren Raum, inszeniert er Mahlers Liedzyklus.
Und erhebt ihn zu einem Gemeinschaftserlebnis. Das Publikum sitzt auf locker verteilten ...
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Opernwelt November 2018
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Egbert Tholl
Chapeau! «81 [runs] not out» ist eine stolze Zahl für einen Batsman, noch dazu für einen Amateur, und dies im legendären Londoner Cricket-Stadion «The Oval». Das ist, als hätte jemand beim Fußball in Wembley einen Hattrick erzielt. Britten-Biograf Humphrey Carpenter erwähnt diese Anekdote, um Peter Pears’ Skrupel zu beschreiben, dem diese sportliche Tat angeblich...
In der ausuferndsten, ressourcenverschlingensten Version wird alles in den fünften Akt gedrängt. Stunden liegen da hinter dem Besucher, in mancher Partiturversion sogar ein ganzer Tag. Ähnlich, wenn auch konzentrierter, verhält es sich mit einem Vorläufer von Berlioz’ «Les Troyens». Doch auch bei Purcells «Dido and Aeneas» ist der Abschied der Liebenden...
Im Vergleich zur Wiederentdeckungswelle der 1980er-Jahre ist es um Franz Schreker deutlich ruhiger geworden – in Zürich wurde zu diesem Komponisten freilich noch einmal ein starkes Wort gesprochen. Zur Saisoneröffnung brachte das dortige Opernhaus «Die Gezeichneten» heraus – und das in einer Produktion, die mit ihren scharfen Kanten neue Deutungswege erkennen...
