Die Stimmen stimmen
Er ist schon ein Teufelskerl, dieser Graf Opalinski. Im Untergrund kämpft er gegen die sächsischen Besatzer, gibt sich als Student Jan aus, wird verhaftet, kommt frei, weil Oberst Ollendorf ihn für einen amourösen Racheplan braucht – und befreit listig seine Heimatstadt Krakau. Bei der Mörbischer «Bettelstudent»-Premiere ist Gert Henning Jensen, hochgewachsen und mit hell strahlendem Tenor, der ideale Darsteller des polnischen Patrioten: Mit dem Feuer des jugendlichen Draufgängers stürzt er sich in den vokalen Freiheitskampf.
Er erobert im Sturm das Herz von Daniela Kälins charmanter Bronislawa – und die Gunst des Publikums beim weltgrößten Operettenfestival am Neusiedlersee.
Mirko Roschkowskis wärmer grundierter, weicher Tenor wiederum passt genau zu Symon, dem tagträumerischen Titelhelden, der in Carl Millöckers Operette unversehens vom Strudel der Ereignisse erfasst, aber am Ende vom Schicksal belohnt wird. Eine glückliche Hand hat die neue Intendantin Dagmar Schellenberger bei der ganzen Besetzung bewiesen: Henryk Böhm macht den Polterer Oberst Ollendorf zum komödiantischen Zentrum des Abends, sekundiert vom klangschönen Quintett seiner Offiziere wie auch von Olaf Plassa als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Frederik Hanssen
Viel Freude kommt nicht auf, wenn man die vergangene Saison der Moskauer Musiktheater Revue passieren lässt. Vor allem deren Flaggschiff, das Bolschoi Theater, machte mehr mit Skandalen als mit spektakulären Aufführungen auf sich aufmerksam. Das Säure-Attentat auf Ballettdirektor Sergei Filin, das der Solotänzer Pavel Dmitritchenko in Auftrag gegeben haben soll,...
Das Festival della Valle d’Itria in Martina Franca, traditionell der Wiederentdeckung vernachlässigter Werke und der Förderung junger Talente verschrieben, präsentierte sich in diesem Jahr mit einem komödiantischen Schwerpunkt. Den walzer-trällernden Auftakt machte mit «Crispino e la comare» ein Gemeinschaftswerk der neapolitanischen Brüder Federico und Luigi Ricci...
Das ist doch was. Da steht man mitten in Richard Wagners großem Salon, es riecht nach Holz und Mauerwerk, der Putz ist ab, der Stuck löchrig und der Boden bedeckt mit Staub und Plastikplanen. Von dort schaut man auf Vitrinen und Videoanimationen: lauter realisierte und nicht realisierte Luftschlösser. «Götterdämmerung» heißt die Ausstellung in der Villa Wahnfried....
