Weltendrama und Videoclips
Der Hügel ist nicht grün, sondern aus gelbgrauen Ziegeln, gleicht von der Form her eher Pieter Brueghels Turm zu Babel und kann über einen Spiralenweg in knapp mehr als einer Minute erklommen werden. Vor allem aber steht er nicht in Bayreuth, sondern am Donau-Ufer in Budapest, vor dem «Palast der Künste».
In diesem vor drei Jahren eröffneten Kulturkomplex fand unter der Leitung des Bayreuth-kundigen Adam Fischer nach den Premieren von «Siegfried» und «Götterdämmerung» («Das Rheingold» und «Die Walküre» waren schon 2007 herausgekommen) die erste zyklische Aufführung von Wagners Tetralogie statt. Der «Ring» ist ja so etwas wie der Rolls Royce in der Garage jedes Musiktheaters: stolz der Direktor, der die Luxuskarosse dort geparkt hat. Ioan Holenders Vertrag an der Wiener Staatsoper wurde nicht zuletzt deshalb bis 2010 verlängert, weil er dem Haus noch einen «Ring»-Zyklus schenken wollte (ob es ein Danaergeschenk wird, muss sich nach seiner Vollendung 2009 weisen). Für Budapest, wo Holender als Berater der Staatsoper tätig und Adam Fischer seit Kurzem deren Generalmusikdirektor ist, wünschte Letzterer sich einen multimedialen «‹Ring› für Einsteiger», ein Projekt, das technisch im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Das ist auch eine Frage der Qualität»
Leipziger Turbulenzen II: Peter Konwitschny über Musiktheater als moralische Anstalt, herbeigeredete Konflikte und seine Pläne
Herr Konwitschny, Ihr Kollege Giancarlo del Monaco hat in Zusammenhang mit seiner Inszenierung von «Manon Lescaut», die kürzlich in Leipzig herauskam, gesagt, er mache «Oper für das Publikum». Was...
Das wagemutige und entdeckungsfreudige Festival della Valle d’Itria hat im vergangenen Jahr zwei weitgehend unbekannte Nebenwerke von Pietro Mascagni und Umberto Giordano szenisch wiederentdeckt, die aus einer Zeit stammen, als sich beide Komponisten von ihren veristischen Anfängen längst losgelöst hatten. Die Mitschnitte auf CD, die jetzt bei Dynamic...
«Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, ist nichts als Eure Bequemlichkeit und Schlamperei» – Gustav Mahlers grimmiger Satz wurde bestimmend in den sechziger Jahren für Peter Stein, Hans Neuenfels, Klaus Michael Grüber, Claus Peymann, Hansgünther Heyme, Achim Freyer, Pina Bausch, Johann Kresnik, Robert Wilson. So groß die Unterschiede zwischen ihnen waren, so...
