Mozart: Idomeneo
Von Mozarts «großen» Opern ist «Idomeneo» sicherlich die am schwersten zu realisierende. Eine dem Theater Augsburg vergleichbare Bühne, das Münchner Gärtnerplatztheater, setzte vor Jahresfrist mit großem Erfolg auf japanische Abstraktion in Bühnenbild, Kostümen und Gestik (Claudia Doderer). In Augsburg nun wollte Thomas Mittmann – der bereits hervorragende Inszenierungen von Opern der zwanziger Jahre erarbeitet hat – einen Bogen spannen vom steifen Barocktheater zur Welt von heute.
Doch die Halbherzigkeit und stilistische Vagheit, mit der dieses Konzept umgesetzt wurde, war bedenklich. Zwischen immer wieder neu arrangierten, wohl bewusst flüchtig gemalten Soffiten drehte sich nicht selten das Segment eines Amphitheaterrunds herein (Ausstattung: Alexander J. Mudlagk). Bespielbare Räume ergab das nicht. Und gespielt wurde auch kaum, stattdessen bekamen die gefangene Königstochter Ilia und ihre Gegenspielerin Elettra, die Tochter Agamemnons, jeweils zwei Doubles zur Seite, die deren «liebliche» und «kämpferische» Seite denkbar unbeholfen und blass darstellten.
Glücklicherweise steuerte die Musik gegen. GMD Rudolf Piehlmayer, der in Augsburg gerade erst einen ausnehmend präzisen, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wer kennt sie nicht, die Barcarole aus Jacques Offenbachs Oper «Hoffmanns Erzählungen»? Eigentlich entstammt sie der Ouvertüre der siebzehn Jahre zuvor entstandenen, für Wien komponierten, dort auch erfolgreich uraufgeführten Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas irreführend «Die Rheinnixen» heißt. Denn um Nixen im Sinne von Undinen geht es in dem...
Herr Eichinger, Sie haben einmal gesagt, der Film sei Ihr Leben. Dass Sie sich auch für die Oper interessieren, war uns bisher nicht geläufig. Woher rührt dieses Interesse?
Wer sich professionell mit Film beschäftigt, muss viel von Musik verstehen. Es geht dabei ja nicht nur um den Soundtrack, sondern um ein Gefühl für Rhythmus. Jede erfolgreiche Filmerzählung hat...
Wenigstens auf den Wettbewerb würden Freiburg und Saarbrücken gewiss liebend gern verzichten – den Wettbewerb nämlich, welches der beiden Häuser dem unwürdigeren Spardruck ausgesetzt ist. Als Gaetano Donizettis «Lucia di Lammermoor» dort im Zwei-Wochen-Abstand Premiere hatte, schien das Saarländische Staatstheater vorn zu liegen. Beeindruckend, wie sich der...
