Liebe in den Zeiten des Todes
Traumwelt: Welt der Verdrängung, des Subtextes, der Reise in Vorzeiten. Wie es sich anfühlt, diese Welt zu betreten, hat der Philosoph Christoph Türcke höchst anschaulich formuliert.
Sich auf den Traum einlassen, schreibt er gleich zu Beginn seines faszinierend eigensinnigen Buches «Die Philosophie des Traums», «heißt in den Untergrund gehen: allen festen Halt preisgeben, den das Establishment eingeschliffener Sitten und Gewohnheiten, Wahrnehmungs- und Denkformen zu bieten pflegt, und abtauchen in jene Vorzeit, jene disparate, diffuse halluzinatorische Empfindungs- und Bilderwelt, aus der menschliche Kultur sich einst mühsam erhoben hat».
In solch einer flirrend-verrätselten Welt lebt Paul, der Antiheld aus «Die tote Stadt». Er lebt in der Vergangenheit, in der seine Angebetete Marie noch lebendig war. Nicht eine Sekunde will es dem jungen Mann gelingen, diese Welt und ihre weibliche Magie zu verlassen. Er hat sich in ihr eingenistet wie in einem Museum der Erinnerung.
Kasper Holtens fantasiereich-schwärmerische Inszenierung an der Finnischen National-
oper erzählt davon. Sie erzählt die Oper als Allegorie eines Totenkults, als Allegorie aber auch einer bis weit über den Tod hinaus ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Jürgen Otten
Der 1935 in Zürich geborene Musiker wanderte 1940 mit seinen Eltern in die USA aus und studierte an der Yale University Orgel, Komposition und Dirigieren. In den 1960er-Jahren pflegte er ein Repertoire, das von Schütz, Händel, Schubert und Bruckner bis Hindemith reichte. Einen Namen machte sich Somary mit Interpretationen von Händel-Oratorien sowie seinem Einsatz...
Das spanische Publikum lernte die Opern Leos Janáceks erst relativ spät kennen. Die Erstaufführungen von «Jenufa» und «Katja Kabanova» fanden 1965 bzw. 1973 in Barcelona statt. In beiden Fällen handelte es sich um Gastspiele tschechischer Ensembles. Der frenetische Beifall, den die Zuschauer in Barcelona und Madrid den aufgezeichneten neuen Produktionen dieser...
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