Circus Maximus
Vox populi. Klingt gut. Irgendwie griffig. Ein bisschen exklusiv (man spricht Latein!), aber doch der Plebs zugewandt. Unter diesem Motto stand die jüngste Spielzeit der Bayerischen Staatsoper. Also auch die Festspielwochen, mit denen Deutschlands bestausgestattete Opernbühne traditionell das Theaterjahr beschließt. Vox populi. Eine Dachmarke. Auf der Homepage sieht sie aus wie eine antike Inschrift. Auf der aktuellen, silberglänzenden Titelseite des Hausmagazins «Max Joseph» schimmert sie, links oben, in zartem Pink. Vox populi.
Ein DJ lädt zum Verdi-Club auf die große Bühne; die Werbekarte zeigt ein auf Punk getrimmtes Paar beim stilisierten Sprung in die Ekstase. Auf einem Flachbildschirm in der schicken Kassenhalle schlagen sich ein Verdi- und ein Wagner-Mime, von Nummerngirls belächelt, zwischen den buntfolienverkleideten Portalsäulen des Nationaltheaters die Nase blutig. Vox populi? Der Musentempel der Münchner Residenz – ein offenes Haus, das auf alle hört und allen gehört? Staatsintendant Nikolaus Bachler, die Stimme des neuen Opernvolks? Ein cooler Trendsetter, der das Ohr dicht am Zeitgeist hat?
Natürlich ist viel Koketterie und PR-Kalkül im Spiel, wenn ein Opernhaus, das ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Albrecht Thiemann
Das Detmolder Landestheater ist ein Ort der Kontinuitäten: Seit zehn Jahren ist Erich Wächter dort GMD, seit acht Jahren Kay Metzger Intendant. Zusammen haben sie das Detmolder Theater zu einem viel beachteten Wagner-Haus gemacht, trotz der beengten Verhältnisse, die in dem weißen Jugendstil-Schmuckkästchen herrschen. Zwischen 2007 und 2009 wurde ein überaus...
Lieder von Charles Ives – das ist in Europa nach wie vor ein nahezu unbekanntes Terrain. Dabei hat der Amerikaner fast 200 Songs geschrieben, die meisten zwischen 1898 und 1918. Vielleicht hängt die Reserve in der Alten Welt mit der Skepsis zusammen, die Ives gegenüber dem klassischen und romantischen Kunstlied hegte. Statt an Beethoven, Schubert oder Brahms...
Herr Pisaroni, Ihre Popularität in Deutschland ist nicht so hoch wie die von Ildebrando d’Arcangelo oder Erwin Schrott. Braucht man immer noch CDs, um berühmt zu werden?
Sieht fast so aus. Jonas Kaufmann hat mir einmal gesagt: «Mich gibt es doch schon so viele Jahre! Jetzt plötzlich erst geht es los.» Das lag an seinen CDs, mit denen er spät angefangen hat. Dass ich...
