Verdi: La forza del destino

Köln

Opernwelt - Logo

Noch vor der Ouvertüre baumelt ein riesiges Weihrauchfass über die Bühne. Dann verschwindet es, um erst in der letzten Szene wieder aufzutauchen. Es liegt im zersplitterten Bühnenboden – eine Bruchlandung. Natürlich ist das symbolisch gemeint. Natürlich ist eine solche Klammer zwischen Anfang und Ende immer wirkungsvoll. Doch zu retten ist dieser Abend mit solchen Einfällen nicht. Christian Schullers Inszenierung von Verdis «Forza del destino» kommt nie richtig in Gang. Die ers­ten beiden Akte gähnen Langeweile, Bewegungsarmut, Einfallsnotstand.

Zu Beginn bewegen sich die Figuren in grauem Wartesaal statisch nebeneinander her, mehr zum Publikum hingewandt als aufeinander eingehend.
Die folgenden Akte gewinnen ein wenig an Fahrt, ohne den Abend aus der Mittelmäßigkeit retten zu können. Wäh­rend Einzelideen – wie die Verortung des Geschehens zwischen improvisiertem Kriegslazarett und Prellbock – durchaus überzeugen, bleiben manche Szene sowie die Konzeption einzelner Figuren, allen voran der Preziosilla, überaus fragwürdig. Das permanente Geklimpere mit Waffen in den letzten Akten und die teilnahmslos wirkenden Ges­ten der Figuren, während Existenzielles wie Hass und Liebe, Hingabe ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 53
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Die große Ernüchterung

Herr Schindhelm, Sie haben vor kurzem öffentlich erklärt, dass die Berliner Opernhäuser die bis 2009 vorgeschriebenen Einsparungen nicht erbringen können. Was hat Sie zu diesem dramatischen Schritt veranlasst, obwohl bis zum Stichtag noch drei Jahre Zeit sind?
In den Planungen liegt das Jahr 2008 bereits hinter uns – und wir wissen nicht, wie wir es bezahlen sollen....

Frostige Perspektiven

Seit zweihundertfünf Jahren spielt Emanuel Schikaneder die Panflöte, oben auf dem Papageno-Tor seines Theaters an der Wien, dessen Recycling zum (Stagione-) Operntheater von der heimischen Fachpresse mit Jubel begrüßt wurde. Dass aber das Haus in den letzten Jahrzehnten vor allem als Kommerzbühne diente und mit Musicals wie «Anatevka», «Der Mann von La Mancha» (mit...

Künstler und Publikum auf Händen tragen

Herr Mölich-Zebhauser, wieviel Ihrer Arbeitszeit widmen Sie der Akquisition von Fördergeldern, wieviel der Kunst?
Als ich vor acht Jahren in Baden-Baden anfing und das Haus rote Zahlen schrieb, musste ich zwei Drittel meiner Zeit finanziellen Dingen widmen. Heute sind es nur noch vierzig Prozent.

Ist es nicht frustrierend, wenn man dauernd reiche Menschen umwerben...