Manche Kompromisse schmerzen
Frau Vondung, ich musste Sie zu diesem Gespräch regelrecht überreden. Offenbar mögen Sie keine Interviews ...
Ja!!! (lacht)
Das kam aus tiefster Seele. Warum meiden Sie das öffentliche Wort?
Ich bin einfach medienscheu. Das ist nicht mein Ding. Wenn ich Interviews lese, habe ich oft den Eindruck, dass die Fragen schon die erwünschte Antwort enthalten.
Mir kommt das wie ein Spiel mit verteilten Rollen vor, in dem es mehr um Eitelkeiten oder um die Bestätigung vorgefertigter Meinungen oder um die Befriedigung von Publikumserwartungen geht als um die Sache. Wenn man sich auf dieses Spiel einlässt, muss man auf der Hut sein, sich winden, taktieren. Um dem zu entgehen, ducke ich mich lieber weg. Ehrliche Antworten will ja sowieso keiner hören ... (lacht)
Wann haben Sie Ihr letztes Interview gegeben?
Das ist schon eine Weile her. Ich nehme solche Termine nur auf mich, wenn es gar nicht anders geht. Vor der neuen «Carmen» an der Semperoper zum Beispiel war das so. Irgendwann führte kein Weg mehr an einem Treffen mit der Lokalzeitung vorbei. Also habe ich geschluckt, tief durchgeatmet und mich dem Schicksal gefügt.
Mit dieser Haltung stehen Sie nicht allein. Kirill Petrenko etwa, Musikchef der ...
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Opernwelt März 2015
Rubrik: Interview, Seite 34
von Albrecht Thiemann
Sie sind schon da, als die Pauke und drei Dissonanzen den Reigen folgenschwerer Missverständnisse eröffnen. Rogoschin, der Dandy. Nastassja, die Umschwärmte. Lebedjew, der Strippenzieher. Und die anderen traurigen Gestalten, die in einem schäbigen Salon fröstelnd darauf warten, dass endlich was passiert. Dass jemand eintritt und die Starre löst, die auf den...
JUBILARE
Seine Karriere als Opernregisseur nahm 1959 ihren Anfang, als er beim Glyndebourne Festival Carl Ebert assistierte und anschließend ein Stipendium zum Opernregie-Studium in Deutschland nutzte. Zunächst arbeitete John Cox als freier Theater-, Opern- und Filmregisseur. Doch 1971 kehrte er nach Glyndebourne zurück und inszenierte zehn Jahre lang als Director...
Vielleicht hört den inneren Klang der Sprache und das Sprechen des Klangs besonders klar, wer alle Gewissheiten verloren hat. Wer sich der Leere einer selbstgewählten Aphasie aussetzt, Halt im Flugsand sucht. Wer das Nichts, die Stille als Resonanzraum wiederentdeckt. Und so Laute, Silben, Wörter, Geräusche, Töne, Melodien, Harmonien: die Grundstoffe jeder...
