Fiebrige Spielfreude
Das Dortmunder Opernhaus ist eigentlich zu groß für frühbarockes Repertoire. Schon 2011 ließ Jens-Daniel Herzog deshalb für Cavallis L'Eliogabalo nur bis zur 16. Reihe Plätze vergeben. Bei Monteverdis Poppea, die er nun inszeniert hat, geht er in Sachen Intimität noch einen Schritt weiter und bittet das Publikum auf die Bühne. Ganze 270 Plätze sind auf zwei steil ansteigenden Tribünen eingerichtet, das Orchester thront oberhalb eines der beiden Portale, zwischen denen sich zu ebener Bühne die Spielfläche befindet. Bespielt werden zudem die Gänge hinter der letzten Tribünenreihe.
Mathis Neidhardt hat alle Wände und die Portale nach dem Vorbild Yves Kleins mit goldfarbenen Quadraten bemalt und dieser Pracht zum Trotz einen kargen, in seiner Direktheit an das Shakespeare’sche Globe-Theater gemahnenden Bühnenraum geschaffen, in dem man der Präsenz der Darsteller nicht entkommen kann.
Nach dem Prolog der drei Göttinnen kommen die Protagonisten (bis zu drei kleinere Rollen übernehmen die Ensemblemitglieder) in Unterwäsche herein; vom Bühnenhimmel schweben Kostüme, die von Fortuna unter Gezerre des Personals um die schönsten Fummel entschlossen verteilt werden. Dann kann das Spiel um ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Regine Müller
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