Tanz der Vampire
153 Jahre moderte Charles Gounods zweite, 1854 uraufgeführte Oper «La nonne sanglante» («Die blutige Nonne») in den Archiven, ehe sie jetzt in Osnabrück der Vergessenheit entrissen wurde. Seinerzeit hatte der neue Direktor der Pariser Opéra das von seinem Vorgänger in Auftrag gegebene Werk abgesetzt, weil es durch die Verquickung von Elementen des Schauerdramas mit religiösen Motiven in konservativen Kreisen Anstoß erregte.
Das Libretto des Textfabrikanten Eugène Scribe war ursprünglich für Berlioz bestimmt gewesen, der das Buch zurückgab, nachdem er sich jahrelang vergeblich damit abgequält hatte. Berlioz’ Fragment liegt inzwischen in der «New Berlioz Edition» vor und wurde im vergangenen Jahr in Montpellier konzertant erstaufgeführt.
Berlioz hat später Scribes Text, dem eine Episode aus dem damals in ganz Europa verbreiteten englischen Schauerroman «The Monk» von Matthew Gregory Lewis zugrunde liegt, als «platt und langweilig» bezeichnet – ein Urteil, das die deutsche Erstaufführung in Osnabrück nicht bestätigt. Durch eine Hochzeit soll die Todfeindschaft zwischen den Häusern Luddorf und Moldaw beigelegt werden. Aber Moldaws Tochter Agnès schlägt die Hand von Luddorfs Sohn ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Nein, Claus Guths Salzburger Inszenierung von Mozarts «Figaro» habe er nicht gesehen, beteuert Paul-Emile Fourny. Und damit natürlich auch nicht jenen Cherubin, der bei Guth schweigend durch den Salon des Almaviva’schen Herrenhauses geistert. Die drei Engel, die der Intendant der Opéra de Nice nun für eine neue «Tosca» aufbietet, habe Ausstatter Louis Désiré ins...
Der junge Adorno war begeistert. «Die Stadt Mahagonny», schrieb er 1930 über das neue Gemeinschaftsopus von Brecht und Weill, «ist eine Darstellung der sozialen Welt, in der wir leben, entworfen aus der Vogelperspektive einer real befreiten Gesellschaft.» Damals lag der Skandalrauch, den deutschnationale Bedenkenträger rund um die Leipziger Uraufführung des...
Es ist die erste Oper des belgischen Komponisten Luc Van Hove (Jahrgang 1957). Und gleich im ersten Anlauf konnte er einen Erfolg verbuchen. «La strada», Ende Januar an der Vlaamse Opera in Antwerpen uraufgeführt, kam an. Trotz mancher sorgenvoller Zweifel, ob die Adaption eines berühmten Films für das Musiktheater gelingen könne. Denn das Stück basiert natürlich...
