Einsame Höhe
Viele alte Bekannte treten auf an diesem Abend. Armida, die männerkritische Zauberin, der fesche Kreuzritter Rinaldo, Clorinda und Tancredi, die sich bekämpfen und lieben. Auch den konfusen Magier Ubaldo und Argante, den Herrscher über Jerusalem, kennen wir aus anderen Opern.
Nur: Dass sie alle zusammen vorkommen samt weiteren Christen und Sarazenen, Rittern und Schildknappen, das ist doch ungewohnt und bedeutet ein ziemlich verwirrendes Aufgebot an blitzartigen Winkelzügen, wechselnden Zu- und Abneigungen, Teilsiegen und Teilniederlagen, aber auch Endlosschleifen emotionaler und militärischer Art.
Carlo Pallavicinos «Gerusalemme liberata», wurde 1687 in Venedig uraufgeführt und wenig später an den Dresdner Hof exportiert. Das Stück dauert im Original mehr als vier Stunden und hat 46 Arien. Tassos Epos vom angeblich befreiten Jerusalem dient als Steinbruch. Es geht weniger um eine Befreiung der Stadt als um ihre Eroberung durch die Christen, genauer: um den ersten, von Papst Urban II. ausgerufenen Kreuzzug, dessen von Tasso erfundene und nobilitierte Figuren zum Inventar der Barockoper gehörten. Noch genauer geht es aber keineswegs um die Eroberung Jerusalems, sondern um die ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Stephan Mösch
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Dieser Mann musste nach oben. An die Spitze einer mafiosen Gesellschaft. Trenchcoat-Machtmenschen haben ihn, den Schwächling, dazu benutzt. Anders sie. Diese Frau will nach oben, mit allen Mitteln. Viel haben Simon und Amelia demnach nicht gemein. Nicht einmal die Gene, wie Regisseur Dmitri Tcherniakov behauptet. Eine Fremde ist sie, eine falsche Tochter, die...
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