Da Pontes bestes Stück
«Dieses Drama ist nach meiner Meinung das Beste, was ich je gedichtet habe, sowohl hinsichtlich des Stoffes und der Handlung als auch hinsichtlich der Verse. Es ist wollüstig, jedoch nicht lasziv, und erregt von Anfang bis Ende die Anteilnahme des Publikums. Den Beweis dafür erbrachten hundert in kurzer Zeit erfolgte Aufführungen.» So schreibt Lorenzo da Ponte in seinen Memoiren – allerdings nicht über sein Libretto zu «Don Giovanni», sondern über den zweiten Operntext, an dem er 1778 arbeitete: Den «Baum der Diana» für den Spanier Vicente Martín y Soler.
Das sieht die Welt heute zwar etwas anders, aber in den letzten Jahren ist – als erfreuliche Begleiterscheinung der aufblühenden spanischen Alte-Musik-Szene – das Interesse an Mozarts erfolgreichstem Konkurrenten sprunghaft gewachsen: Neben der (im «Giovanni» zitierten) «Cosa Rara» liegen inzwischen auch die vor Martíns Wiener Zeit entstandene «Ifigenia» und die späte, für London komponierte «Capricciosa corretta» auf CD vor. Dass jetzt endlich auch der «Arbore di Diana» greifbar ist, füllt nicht nur eine wichtige Lücke in der Werkchronologie des Valencianers, sondern beweist erneut das faszinierend produktive Konkurrenzklima des ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/CD/DVD, Seite 18
von Jörg Königsdorf
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Larina erwartet Gäste und zwängt sich, assistiert von Filipjewna, in ein viel zu eng gewordenes Kostüm. Ihr Körper vibriert in verzückter Tanzbereitschaft. Später, wenn die Landleute auftreten und ihr huldigen, legt sie eine flotte Sohle aufs Parkett. In der Inszenierung von Andrejs Zagars ist die Gutsbesitzerin eine abgedankte Theaterprinzessin, die auch auf dem...
Wie alle französischen Barockopern ist auch Lullys 1683 uraufgeführter «Phaëton» mit politischen Botschaften beladen, die heute nicht mehr greifen. Regisseur Christopher Alden hat sich überzeugend aus der Affäre gezogen, indem er die Allegorie um den Antihelden Phaëton kurzentschlossen zum postmodernen Lehrstück über die drohende Globalkatastrophe umfunktioniert....
