Editorial

Opernwelt - Logo

Ach ja, das hätten wir beinahe vergessen: Die Deutsche Phono-Akademie hat mal wieder so richtig gefeiert. Sich selbst. Aber natürlich auch jede Menge «Stars». Und solche, die das noch werden sollen. Dreimal dürfen Sie raten, welche Sängerin bei der Echo Klassik-Gala am 9. Oktober im Berliner Konzerthaus ganz oben landete. Na? Na? Richtig: Anna Netrebko. Und wer hat wohl bei den Tenören das Rennen gemacht? Jonas Kaufmann. Und Andrea Bocelli. Insgesamt verzeichnet die aktuelle Hitliste 57 Siegernamen.

Wobei die Verteilung der Trophäen ziemlich genau den Marktanteilen der Plattenfirmen entspricht (Stand: 2015): Universal (33,5 Prozent), Sony (22,6 Prozent) und Warner (17,1 Prozent) fuhren 32 Titel ein, der Rest ging an Label, die in der Statistik unter dem Rubrum «Sonstige» geführt werden (26,8 Prozent). Was da, von Thomas Gottschalk moderiert und mit Promis wie Barbara Schöneberger («Blondes Gift») oder Boxkanone Henry Maske garniert, in der 23. Auflage veranstaltet wurde, ist vor allem eine große Werbe-Show – wogegen ja auch nichts einzuwenden ist.

Kritisch wird die Sache allerdings, wenn sich der vom Bundesverband der Musikindustrie nach Kräften geförderte Eindruck ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2016
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Verhext

In seinem «Macbeth», so schreibt Verdi im Februar 1865 an den Pariser Verleger und Theaterdirektor Léon Escudier, gebe es im Grunde genommen nur drei wichtige Partien, nämlich die Titelrolle, die Lady und – den Hexenchor. Denn, so notiert er weiter, die «Hexen beherrschen das Drama; alles stammt von ihnen. Sie bilden wirklich eine Persönlichkeit, und zwar eine von...

Danse Macabre

Seit David Pountney die durch einen Roman der polnischen Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz inspirierte «Passagierin» 2010 bei den Bregenzer Festspielen auf die Bühne brachte, hat das Werk des Komponisten Mieczyslaw Weinberg eine erstaunliche Renaissance erfahren. Die Bregenzer Produktion war u. a. in Warschau und New York zu sehen, die Oper Frankfurt und das...

Leid und Freud, mit Hasen

Der Hase, lepus, leporis. Der Deutschen liebstes Tier. Zumindest an der Wand. Als Kopie von Albrecht Dürers Aquarell hängt er in tausenden Haushalten von Garmisch bis Flensburg, ringt mit den «Betenden Händen» des nämlichen Künstlers um Platz eins auf der Beliebtheitsskala. Er gilt als Symbol für Lebenskraft, sexuelle Energie und Fruchtbarkeit, steht aber auch für...