Leichen im Keller
Puccinis Triptychon aus «Il tabarro», «Suor Angelica» und «Gianni Schicchi» ist kein «Ring des Nibelungen» mit eng verklammerten musikalischen Strukturen und dramaturgisch einheitlichem, weltdeutendem Zugriff. Musikforscher und Regisseure tun sich deshalb schwer, die unterschiedlichen Einakter überhaupt als drei Flügel eines Bildes zu begreifen – zumal auch von Seiten des Komponisten griffige Erklärungen der Dreieinigkeit fehlen.
Dass Puccini ein Panorama dreier wesentlicher Theatergenres gab – des Dramatisch-Veristischen («Il tabarro»), Lyrisch-Sentimentalen («Suor Angelica») und Komischen («Gianni Schicchi») –, befriedigt vielleicht den Theoretiker, stiftet fürs Publikum aber keinen sinnlichen Zusammenhang. Und so geht der schwarze Peter wieder an die Inszenierung zurück, die sich um szenische Brücken, vermeintliche Zentralfiguren oder durchgängige Motive wie den (in der Oper freilich allgegenwärtigen) Tod kümmern muss.
Dagegen schwebte dem Kölner Ex-Opernintendanten Uwe Eric Laufenberg bei der Planung der laufenden Spielzeit anderes vor. Im Sinne von Klaus Zeheleins Stuttgarter «Ring»-Dramaturgie, dass kein Zusammenhang mehr behauptet werden könne, wo er theatralisch nicht ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Michael Struck-Schloen
Wenzel Strapinski kann es gar nicht fassen: Die Bewohner des Städtchens Goldach halten ihn tatsächlich für einen Grafen! Dabei ist er doch nur ein armes Schneiderlein. Sicher, er trägt einen edlen Mantel – doch der ist sein einziger Besitz, eine wärmende Werbefläche gewissermaßen, Vorzeigeobjekt seiner Handwerkskunst mit Nadel und Faden. Das Theater Vorpommern...
Thomas» ist bereits die zweite Oper, die die beiden Österreicher Georg Friedrich Haas und Händl Klaus nach «Bluthaus» 2011 (siehe OW 6/2011) als Auftragswerk für die Schwetzinger Festspiele geschrieben haben (Uraufführung: 24. Mai, besuchte Vorstellung: 28. Mai 2013). Ging es damals um das Drama eines sexuellen Missbrauchs, so handelt es sich diesmal um das Sterben...
Schmacht, schmatz, grummel, tob, peng, ächz, krächz, schluchz. Verdis Troubadour in Sprechblasen? «Alles drängte in ihm zum Ausruf, zum Aufschrei, zur Kürze. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte er Opern komponiert, deren Text nur Jubelrufe, Freudenlaute, Seufzer, Schmerz- und Racheschreie hätten sein müssen...» Dass das Programmheft zu Philipp Stölzls...
