König Posa
Elisabetta, wie sie ihr Glück mit Don Carlo erlebt. Die französische Königstochter, wie sie dieses Glück opfert. Wie sie sich angesichts der bitteren Armut im Land zur Ehe mit Carlos Vater Filippo II., dem spanischen König, bereit erklärt. Wie sie sich aus politischer, auch sozialer Verantwortung für ihr Volk ins absehbare Unglück begibt. Freudengesänge und Triumphmarsch – und das Desaster zweier junger Menschen.
Das sah und hörte man in Straßburg und Mulhouse noch vor einem Jahrzehnt: «Don Carlos» auf Französisch, im ultralangen Original. Jetzt musste man sich’s hinzudenken.
Jetzt hieß das Werk an der Opéra national du Rhin wieder «Don Carlo», erlebte man die Mailänder Vier-Akte-Version von 1884, auf Italienisch. Giuseppe Verdis materialreichste Musiktragödie, wie sie ist, nicht, wie’s dazu kam. Robert Carsens Inszenierung zeigt Menschen, die ihre Geschichte mit sich tragen, an ihrer bedrückten, allenthalben belauerten Gegenwart leiden, Charaktere, die durch sie geprägt sind. Kein Glück, nirgends.
Radu Boruzescus Bühne: Spanien als Reich der Düsternis, des Grau-in-Grau. Große Räume, die die Menschen klein erscheinen lassen, Räume, die sich zum Kammerspiel, zum Dialogdrama der ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Heinz W. Koch
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JUBILARE
Von 1937 bis 1944 erhielt Theo Adam im Dresdner Kreuzchor eine erste, intensive musikalische Ausbildung. Nach dem Abitur wurde er eingezogen und geriet als Soldat der Wehrmacht schließlich in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr arbeitete Adam ab 1946 in seiner Heimatstadt Dresden als Lehrer und nahm gleichzeitig Gesangsunterricht bei Rudolf...
