Verbissener Bastler

Jommelli: Fetonte Schwetzingen / Rokokotheater

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Als «Schöpfer eines ganz neuen Geschmacks» hat der schwäbische Dichter und Rebell Schubart den von 1753 bis 1769 am Stuttgarter Hof wirkenden Niccolò Jommelli gerühmt. Wie der erfolgreichere Gluck hat auch Jommelli die Opernreform vorangetrieben, indem er die musikalische Dramaturgie der starren italienischen Seria nach dem Vorbild der französischen Tragédie lyrique durch Orchesterrezitative, gemischte Ensembles, Chöre, handlungsbetonte Aktionsszenen und Balletteinlagen auflockerte.

Leider ist davon in der Inszenierung seiner letzten Stuttgarter Reformoper, dem 1768 uraufgeführten «Fetonte», mit dem das Theater Heidelberg seinen «Winter in Schwetzingen» eröffnete, nicht viel übrig geblieben. Auf den Tanz musste Demis Volpi, der Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts, bei seinem Debüt als Opernregisseur schon deshalb verzichten, weil die Musik dazu nicht überliefert ist. Die Chöre, Aufmärsche und spektakulären Massenszenen hat er allerdings gleich mit verbannt, als er sich entschloss, die verwirrende Handlung, die den antiken Mythos um den scheiternden Himmelsstürmer Phaëton mit einer machtpolitisch motivierten amourösen Intrige verbindet, als aufklärerisches Lehrstück von der ...

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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Uwe Schweikert

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