Ein Flop, der Spaß macht
In der Karriere von Jules Massenet reiht sich Erfolg an Erfolg, vom Durchbruch mit «Le Roi de Lahore» 1877 bis hin zum berührenden Alterswerk «Don Quichotte» von 1910. Manche Stücke waren nur kurzzeitig Kassenfüller, andere – wie «Manon» und «Werther» – wurden Klassiker. Zwei Flops allerdings erlebte der Franzose auf dem Gipfel seines Ruhms: «Sapho», eine Mischung aus «Traviata» und «Bohème», 1897 komponiert auf Alphonse Daudets Roman, spielt als einziges Werk des Komponisten im Paris seiner Zeit und stieß das Publikum durch seinen krassen Realismus vor den Kopf.
Was die Oper heute umso wiederentdeckenswerter macht. Ein veritabler blinder Fleck in der Massenet-Biografie ist «Le Mage», 1891 im Palais Garnier uraufgeführt und nach nur dreißig Aufführungen im ewigen Archivschlaf versunken. In Zusammenarbeit mit Massenets Geburtsstadt Saint-Étienne hat die Stiftung Palazzetto Bru Zane das Werk nun wachgeküsst: Die Ersteinspielung des Fünfakters ist in der edlen Raritäten-Edition erschienen, bei der die CDs einem gebundenen Buch mit Hintergrundinformationen auf Französisch und Englisch beiliegen.
Massenet-Spezialist Jean-Christophe Branger stellt hier die These auf, dass «Le Mage» zwar ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 18
von Frederik Hanssen
Die Zauberin Armida, die gegen ihren Willen dem Kreuzritter Ronaldo verfällt, hat auch einer Menge Komponisten der letzten 400 Jahre den Kopf verdreht. Von Lully bis Dvorák – wer hat nicht alles die Story vertont! Gluck tat es 1777 in Paris, bereits als berühmter Opernreformer. «Armide» hat allerdings nicht die Stringenz und dramatische Kraft seiner anderen...
Das Verdi-Jahr hat auf dem CD-Markt wenig Neuaufnahmen gebracht, und kaum eine davon kann höchsten musikalischen Ansprüchen genügen. Das bestätigt nur die Eindrücke, die im Jubiläumsjahr auch hoch gehandelte Produktionen an den führenden Bühnen und Festspielhäusern hinterließen. Wer gegensteuern will, muss in die Vergangenheit zurückgehen und sich an ältere...
Als wären angegraute Astronauten gekommen, um von ihren alten Abenteuern im All zu erzählen: Rein äußerlich ist das einstige Heldentum längst verwittert, aber es geht ja um kollektive Erinnerungen und lebende Legenden. Ein etwas nostalgischer Blick zurück in versunkene Zeiten. Und ein bisschen tun sie an diesen Oktober-Tagen in Los Angeles tatsächlich so, als ginge...
