Geschmackssache
Im Zuge der Wiederentdeckung großer Opernkomponisten des 18. Jahrhunderts hat auch Johann Adolf Hasse, einer der erfolgreichsten und produktivsten unter ihnen, neue Beachtung gefunden. Gesamtaufnahmen seiner Opern sind zwar noch Mangelware, Ausschnitte aus seinen Werken fehlen aber auf kaum einer der einschlägigen Arien-CDs der letzten Jahre.
Die italienische Mezzosopranistin Elena De Simone hat ein ganzes Album mit Opernmusik Hasses herausgebracht und demonstriert darauf eine gute Stunde lang, dass diese Musik einer Sängerin ersten Ranges bedarf, um zur wahren Geltung zu gelangen.
De Simone gehört aber nicht einmal zu den Vokalisten der zweiten Reihe, so unzulänglich geht sie mit ihrer farb- und nuancenlosen Stimme um. Der schüttere Klang des solistisch besetzten Ensemble Il Mosaico macht die Sache nicht besser, Hasses Musik wirkt blass, wenn nicht langweilig.
Wie mitreißend Hasse klingen kann, zeigen die Sopranistin Nuria Rial und der schweizerische Blockflötist Maurice Steger mit einer Arie aus dessen «Didone abbandonata». Gemeinsam mit dem Kammerorchester Basel brennen sie auf «Baroque Twitter» ein wahres Feuerwerk ab. Der etwas bemüht modische Titel hat glücklicherweise ...
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Opernwelt August 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Thomas Seedorf
alpha
12.08. – 20.15 Uhr
Klassik am Odeonsplatz 2018 mit Diana Damrau
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
ML: Macelaru
arte
01.08. – 05.00 Uhr
Nemanja Radulovic spielt Bach
Konzert des französisch-serbischen Geigers im Pariser Théâtre des Champs-Elysées
04.08. – 20.15 Uhr
Mozart: Die Zauberflöte
Live von den Salzburger Festspielen 2018
ML: Carydis, I:...
Ist es «politisch korrekt, die jüdischen Protagonisten [...] der alten Opern» heute, in einem «erneut gefährlich schwankenden Europa», wiederzuerwecken?, fragt die israelische Historikerin Fania Oz-Salzberger. Und liefert die ambivalente Antwort gleich mit: «Nein. [...] Aber wir sollten es dennoch tun.»
Oz-Salzberger setzte mit ihrem Vortrag Rahmen und Ton eines...
Für mehr als ein Jahrzehnt waren Wolfgang Windgassen und Birgit Nilsson als Tristan und Isolde in Bayreuth und anderswo das Traumpaar schlechthin. Zusammengeführt hatte sie Wolfgang Wagner für seine Neuinszenierung 1957. Windgassen war zu diesem Zeitpunkt schon eine Institution am Hügel, die Nilsson hatte dort bislang erst die Elsa gesungen. Sie lösten hier Ramon...
