Im Westen nichts Neues
Off-Grand» lautet der programmatische Name der neuen Reihe, mit der die Los Angeles Opera Zuschauerkreise ansprechen möchte, die sich für Werke jenseits des Mainstream-Repertoires interessieren. Eröffnet wurde die Reihe im Performing Arts Center des Santa Monica College mit einer Uraufführung – «Dulce Rosa», der neuen Oper des U.S.-Amerikaners Lee Holdridge, der sich bisher vor allem mit Kompositionen für Film und Fernsehen sowie mit Popmusik-Arrangements einen Namen gemacht hat.
Das Stück basiert auf einer Kurzgeschichte von Isabel Allende und zeichnet das Porträt der jungen Titelheldin Rosa, Tochter eines Senators, der von Guerilla-Kämpfern ermordet worden ist. Besessen von dem Wunsch, den gewaltsamen Tod ihres Vaters zu rächen, verliebt sich Rosa ausgerechnet in den Attentäter – und wird schließlich selbst von ihrem früheren Verlobten umgebracht. Für ein hohes Maß an Gefühlschaos und dramatischem Konfliktpotenzial ist also gesorgt, so dass sich der Stoff für die Opernbühne geradezu anbietet. Doch statt in die Untiefen von zerstörerischer Liebe und blindem Hass einzutauchen, scheint Holdridge das Publikum in erster Linie mit einer melodieseligen Partitur betören zu wollen. Für ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Simon Williams
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