War es so schmählich, was ich verbrach?
Wisst ihr, wie das ward? Just zur Zeit, da Tankred Dorst sich für den Grünen Hügel um den «Ring» mühte – was je nach Standpunkt des Betrachters zu altersweiser oder naiver Exegese führte –, präsentierte der abgesprungene Lars von Trier auf der Homepage seiner Produktionsfirma das, was hätte sein können: Ein «Ring» wie ein Film Akira Kurosawas als «Martial-Arts-Genrestück (...), eine simple, aber großartige Idee, eine sagenhafte Vorstellung von Aufbruch und Dynamik, von reiner Energie», wie die «Süddeutsche Zeitung» kommentierte.
Es stimmt schon: 2006 wäre vermutlich ein Eckdatum der Geschichte des neuen Bayreuth geworden – wie 1951, wie 1976. Freilich begründet von Trier per Homepage zugleich den Rückzug vor zwei Jahren: Sein minutiös ausgearbeitetes filmisches Konzept hätte in der unbedingt geforderten Präzision der Umsetzung die Bühnentechnik vermutlich überfordert. «Ich behaupte nicht, dass es unmöglich gewesen wäre, doch durch meinen krankhaften Drang zum Perfektionismus wäre es ganz einfach die Hölle geworden.»
Was vielleicht auch hätte sein können, zeigt Dorsts Arbeitsjournal, das als optisch und haptisch lustvoll aufbereiteter Band rechtzeitig zum Festspielbeginn erschien ...
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