Tschaikowsky: Eugen Onegin
Musikalisch ist dieser «Eugen Onegin» top. Roman Kofman hält sein Beethoven Orchester zu koloristischer Detailgenauigkeit an, der leicht dunkel getönte Sopran der 29-jährigen, ihr West-Debüt absolvierenden Irina Oknina gibt Tatjana reizvollen Umriss, Peter Danailov (Onegin) zeigt nach betont maskulinen Verdi-Partien überraschend weiche Facetten in Gesang und Spiel. Vladimir Grishko könnte seine schöne Lenski-Stimme freilich etwas stärker disziplinieren.
Der Beginn ist auch szenisch viel versprechend.
Eine bühnenhohe Gemäldewand (Ausstattung: Helmut Stürmer) und ein wie von Tschechow ausgeliehener alter Domestik symbolisieren Tradition. Doch mit Symbolen hat’s Silviu Purcarete dann allzu sehr. Der rumänische Regisseur setzte in Bonn bislang «Castor und Pollux» von Rameau und «Satyagraha» von Glass beeindruckend in Szene. Der guten Dinge sind nun aber nicht drei geworden. Die Absicht, Tatjanas romantisches Männerideal mit dezenter Ironie zu kommentieren, hat ihn zu einer Episode des Puschkin-Romans greifen lassen, wo das pubertierende Mädchen von einem Bär als zottelig verfremdetem Märchenprinzen träumt. Auf der Bühne ergibt das ein reichlich plumpes Bild. Am Schluss hebt der alte ...
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Zur Feier des 80. Geburtstages von Pierre Boulez ist es ein Vergnügen, den «Spiegel» von 1967 (Nr. 40, 25. September) herauszusuchen. Schließlich ging dessen legendärer – einer redaktionellen Überspitzung entsprungener – Interview-Titel «Sprengt die Opernhäuser in die Luft!» in die Musikgeschichte ein. Was Boulez da sagte, ist nicht nur sehr unterhaltsam («Henze...
Ihr sängerisches Alptraumerlebnis hatte Ira Malaniuk 1951 in Bayreuth. Natürlich nicht als Magdalene in den «Meistersingern», für die sie von Wieland Wagner engagiert worden war und auf die sie sich bestens vorbereitet hatte. Sondern mit der «Rheingold»-Fricka, die zwar nicht zu ihrem Repertoire gehörte, die aber als Cover-Partie im Kleingedruckten ihres Vertrages...
Wer kennt sie nicht, die Barcarole aus Jacques Offenbachs Oper «Hoffmanns Erzählungen»? Eigentlich entstammt sie der Ouvertüre der siebzehn Jahre zuvor entstandenen, für Wien komponierten, dort auch erfolgreich uraufgeführten Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas irreführend «Die Rheinnixen» heißt. Denn um Nixen im Sinne von Undinen geht es in dem...
