Freiheit statt Motorik
Krieg und Gewalt sind feste thematische Größen im mittlerweile über zwanzig Titel umfassenden Bühnenwerkkatalog von Philip Glass. Ersterer prägt zahlreiche Opern von «The Civil Wars» bis «Appomattox», Letztere insbesondere «Waiting for the Barbarians» und die jetzt erstmals eingespielte Kammeroper «In the Penal Colony». Diese Arbeit für zwei Sänger und Streichquintett auf ein Libretto von Rudolph Wurlitzer wurde 2000 vom Contemporary Theater in Seattle uraufgeführt, die Aufnahme basiert auf einer Produktion des Music Theatre Wales.
«In der Strafkolonie» basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Franz Kafka: Ein zum Tode Verurteiler soll hingerichtet werden. Vollstrecken soll das Urteil ein Offizier, der die traditionelle Weise, etwas zu tun, als die einzig richtige ansieht. Der neue Kommandant der Strafkolonie hat aber angeordnet, dass die Hinrichtung von einem Besucher beobachtet werden soll. Der Offizier beschreibt nun dem Besucher die Hinrichtungsmaschine, wobei sich die Methode als die denkbar schrecklichste herausstellt. Er glaubt aber an diese Methode, weil er ihr die Kraft zuschreibt, dem Opfer sein Verbechen verständlich zu machen, ihm die Falschheit seines Tuns vor Augen ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 22
von Jörg Hillebrand
Wer sämtliche sieben Todsünden benennen kann, kriegt einen Schnaps! Diese Spielregel wäre perfekt als Anleitung für einen alkoholfreien Abend. Denn: Keiner kann es. (Erhöhter Schwierigkeitsgrad: Man sage sie auf Lateinisch.) Dies feststellend, hat man den Sprengstoff, der in Brecht/Weills letzter Zusammenarbeit von 1933 noch immer beschlossen liegt, präzise am...
Als Miranda van Kralingen vor acht Jahren Intendantin der Opera Zuid wurde, fand sie eine Art Produktionsgesellschaft vor, die mit einem Minimum an Mitarbeitern auskam und alles, was zu einer Opernproduktion benötigt wurde, jeweils neu organisieren musste. Mit ihrem Amtsantritt konnte in einer ehemaligen Kirche ein neues Quartier bezogen werden: Hier sind nun...
Kurz vor seinem 75. Geburtstag wagte sich Claudio Abbado zum ersten Mal an Beethovens «Fidelio». Die Aufführung, im Frühjahr 2008 nacheinander in Reggio Emilia, Baden-Baden, Madrid, Ferrara und Modena gezeigt, wurde von den angereisten Kritikern als musikalische Offenbarung empfunden. Zwei Jahre später nahm sich der Dirigent das Werk beim Lucerne Festival noch...
