Der Regisseur als Souffleur
Vierzig Jahre sind ins Land gegangen, seit Joan Sutherland und der junge Luciano Pavarotti in Donizettis französischer Komödie auf der Bühne des Royal Opera House Händchen hielten. Bald darauf sollten sie die Welt erobern, nicht zuletzt dank jener ewig frischen Decca-Aufnahme, die uns daran erinnert, warum Pavarotti als «König der hohen Cs» galt.
Sutherland und Pavarotti setzten «La Fille du Régiment» damals wieder auf die Agenda des Opernbetriebs. Seitdem hatte man oft Gelegenheit, diese leicht gespritzte Musik zu hören, nur nicht in Covent Garden.
Es bedurfte dort wohl eines anderen «goldenen Paares», um das Stück erneut ins Repertoire aufzunehmen. Beurteilt man die Sache nun nach den Vorstellungen mit Natalie Dessay und Juan Diego Flórez, so kann man nur sagen: Das lange Warten hat sich gelohnt.
Geschmack und Stil haben sich natürlich weiterentwickelt: Sutherland und Pavarotti waren zwar über jeden Zweifel erhabene Stimmkünstler, in der neuen, auf Dessay und Florez maßgeschneiderten Inszenierung hätten sie aber wohl ziemlich ungelenk ausgesehen. Das neue Paar mag auch vokal leichtgewichtiger wirken als das alte, doch die Art, wie es sich Donizettis Herausforderungen stellt, ist ...
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