Bei Hempels unterm Sofa
Wären «Die Feen» (1833) nicht von Wagner – kein Mensch würde sich für diesen Aufguss barock-romantischer Ritter- und Zauberspektakel interessieren. Es gibt wichtigere und bessere Stücke der Zeit und des Genres, wie Fouqués «Undine», Spontinis «Agnes» und Offenbachs «Rheinnixen». Auch Meditationen darüber, dass der Komponist erst 20 war, sind nicht abendfüllend.
Christian Pöppelreiter gelang es 2005 in Würzburg, durch dramaturgische Eingriffe einen Emanzipations-Thriller zweier Jugendlicher im Machtkampf ihrer verfeindeten Väter so aus der «Zauberflöten»-nahen Prüfungs- und Läuterungshandlung herauszupräparieren, dass die Sänger um ihr Leben singen mussten und man auf der Stuhlkante saß (OW 4/2005). Marc Minkowski hat das Jugendwerk 2009 in Paris dirigiert, Sebastian Weigle 2011 in Frankfurt hörbar gemacht, dass es musikalisch weniger auf «Holländer» und «Lohengrin» vorausweist (Gernots Rekapitulations-Parlando der Vorgeschichte erinnert an Telramund) als vielmehr zurück auf Mozarts «Zauberflöte», Beethovens «Fidelio» und 9. Sinfonie (Finali), Schuberts «Erlkönig», Webers «Freischütz» und «Oberon».
In Wagners Geburtsstadt Leipzig, wo Ulf Schirmer «Die Feen» im Wagner-Jahr als ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Boris Kehrmann
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Fieber? Die Diagnose ginge zu weit. Aber es ist schon eine erhöhte Temperatur, die dieser Italiener aus Oberbayern gerade auslöst. Und das liegt nicht allein an seinem 250. Geburtstag, der am 14. Juni gefeiert wird. Schon seit einiger Zeit entreißt man die Partituren Johann Simon Mayrs, dem missing link zwischen Salieri und Donizetti, den Archiven. 2010 lief an der...
