Freund und Feind
Am Ende war es die großzügige Spende einer isländischen Naturschutzstiftung, die Gunnsteinn Ólafssons Operntraum wahr werden ließ. Denn auch wenn Island über eine hervorragende Musikausbildung in den Schulen und auch über eine staatliche Oper verfügt: Freie Projekte, die weder der Musik- noch der Theaterkunst klar zuzuordnen sind, fallen bei der öffentlichen Förderung des 330 000-Einwohner-Inselstaates offenbar durch den Rost.
Man muss kein Öko-Bewegter sein, um sich für das Kinderopernprojekt über einen Text des populären isländischen Schriftstellers Böðvar Guðmundsson zu interessieren. Dennoch wird, wer die Dramatik und Kargheit der isländischen Landschaft und die Rauheit seiner Topografie auch nur kurz erlebt hat, sich schnell mit der Geschichte identifizieren: Eine Margerite (isländisch: «Baldursbrá»), die in einem geschützten Wiesengrund blüht, lernt einen Kiebitz kennen – und mit ihm die Sehnsucht, die Sonnenuntergänge von der Berghöhe aus anzusehen. Mit Hilfe eines Fuchses gelingt es dem Vogel, die Blume ins Gebirge zu verpflanzen, wo sie jedoch bald von Kälte, Durst und einem hungrigen Widder bedroht wird. Als der Widder seinerseits zum Angriffsziel des Fuchses und dessen ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Carsten Niemann
Das «Lamento» des Federico gehört ins Repertoire aller italienischen Tenöre seit Caruso, doch die Oper, aus der es stammt, Francesco Cileas «L’Arlesiana» (1897), wird selbst in ihrem Ursprungsland kaum noch gespielt. Federico, Sohn der Gutsbesitzerin Rosa Mamai, verliebt sich in eine Frau aus Arles, deren Untreue ihn um den Verstand bringt. Auch die Jugendfreundin...
Etwas speziell geht es fast immer zu bei Jürg Wyttenbach, dem bald achtzigjährigen Berner, der seit Jahrzehnten in Basel wirkt und dort viel bewegt hat: als Pianist, als Komponist, als Dirigent, als Programmgestalter. Etwas speziell ging es auch beim «WyttenbachMatterial» zu, das diesen Sommer vom Lucerne Festival vorgestellt worden ist. Dies im Rahmen einer...
Über den ersten Preis der 8. Leyla Gencer Voice Competition kann sich die 22-jährige Marigona Qerkezi freuen. Die albanische Sopranistin – übrigens auch ausgebildete Flötistin – gab erst dieses Jahr ihr Operndebüt (als «Königin der Nacht» in Maskat). Jetzt darf sie ferner drei Monate in der Accademia Teatro alla Scala Erfahrung sammeln. Der zweite Preis ging an den...
