Wer ist ich?
Wenn sich der Vorhang öffnet und die schwarz ausgehängte Bühne freigibt, robbt ein nackter Mann mit einem überdimensionalen Hut über den Boden. Bald kommen zwei weitere nackte Performer hinzu – mit derselben spitz zulaufenden Kopfbedeckung, die mehr einer Ku-Klux-Klan-Maske als an einem Juden-Hut ähnelt. Dominiert wird die dunkle, meist nur dämmrig ausgeleuchtete Bühne von einem hochaufragenden, mit der schmalen Frontseite zum Auditorium ausgerichteten Glaskasten, in dem sich immer wieder geheimnisvoll stumme Szenen abspielen.
Vorne, in der Mitte, steht ein kleines, ebenfalls transparentes Wartehäuschen. Die Optik scheint starr, festgezurrt. Für bewegte Kontraste sorgen unablässig eingeblendete Bilder – rückseitig dient ein schmaler, die ganze Bühnenbreite einnehmender Video-Screen als Projektionsfläche, auf der in Zeitlupe eine farblich verfremdete Landschaft vorüberzieht; auf der Front des Glaskastens treiben grotesk verzerrte hermaphroditische Kartenspielfiguren ihr poetisch irrlichterndes Unwesen. Unablässig fällt Schnee aus dem Schnürboden, der am Ende im Video wieder aufwärts rieselt. Eine verrätselte Welt, deren Geheimnis sich auch am Ende nicht auflöst und die Zuschauer ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Uwe Schweikert
High Heels, die auf dem Weg zum Kunstgenuss verschlammen, sind Geschichte. Ebenso Sommersakkos oder Abendkleider, die bei geschätzten 30 Grad Innentemperatur durchweichen. Mittlerweile sind auf Gut Immling die Wege gekiest und geteert, gegen sommerliche Kreislaufgefährdung hilft die Klimaanlage. Zumal die ehemalige Reithalle für Oper und Konzert ohnehin nicht mehr...
Auch das Schweizer Mittelland braucht ein Opernfestival. Deshalb stellt die Oper Schenkenberg im Aargau regelmäßig Freiluftserien auf die Beine – wobei nach «Carmen» 2010 und «Il trovatore» 2013 jetzt Verdis «Rigoletto» an der Reihe ist. Als Scena dient diesen Sommer die dramatisch gefältelte Glas-Beton-Fassade der Turnhalle Mülimatt in Brugge: Vom 11. bis 27....
Herr Ott, Sie lassen alles machen: Volksmusik, Installationen, eine rätoromanische Lesung, Literaturopern und Projekte, die a priori zu beschreiben schwerfällt.
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Unter Ihren Vorgängern Hans Werner Henze und Peter Ruzicka vertrat die Biennale einen Werkbegriff, suchte nach neuen,...
