Fallhöhe Null
Denkt man, bei Tag oder Nacht, an Meyerbeer, ist man nicht um den Schlaf gebracht. Ganz im Gegenteil: Seine Opern erfreuen sich zu Recht größter Beliebtheit, allen voran die Trias aus den Großwerken «Les Huguenots», «Le Prophète» und «Robert le diable»; auch «L’Africaine» respektive «Vasco da Gama» hat es, siehe Chemnitz, Berlin und Frankfurt, wieder auf die Bühne geschafft. Ein Schattendasein fristen dagegen Meyerbeers Frühwerke, darunter das melodramma semiserio «Margherita d’Anjou», 1820 an der Mailänder Scala aus dem Taufbecken gehoben.
Beim Open-Air-Festival in Martina Franca war das Werk, in dem Meyerbeer erstmals ein historisches Sujet bearbeitet (das Libretto stammt von Felice Romani), dieses aber lediglich als Folie für einen privaten Konflikt nutzt, im Sommer 2017 zu erleben. Um die Produktion für die Nachwelt zu erhalten, schnitt man die Aufführungen vor dem Palazzo Ducale mit und bannte sie auf zwei DVDs. Das Ergebnis liegt nun vor.
Womöglich bewog das sommerliche Ambiente den Regisseur Alessandro Talevi, auf Biegen und Brechen die Leichtigkeit zu suchen. Seine Personage besteht im Wesentlichen aus Models auf einem Laufsteg, Privatiers mit Golfschlägern, ...
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Opernwelt August 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Jürgen Otten
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Je unpoetischer eine Nation oder Zeit ist, desto leichter sieht sie Scherz für Satire an, so wie sie umgekehrt die Satire mehr in Scherz verwandelt, je unsittlicher sie wird.» Jean Pauls Diktum aus seiner «Vorschule der Ästhetik» sollte allen Theatermachern zu denken geben, denen die Komödie und die Opera buffa am Herzen liegen. Nichts ist hier so, wie es zu sein...
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